Verbotener Film, zensierte Wahrheit: Uwe Boll packt aus! Hopf & Kettner #40
3. Juli 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner
Darum geht's in dieser Folge
- Uwe Boll über seinen Film "Citizen Vigilante": Wie persönliche Wut über Migrantengewalt und Justizversagen ihn zum Dreh eines kompromisslosen Selbstjustiz-Films trieb.
- Elon Musk verhalf dem Film zum weltweiten Durchbruch, indem er ihn 48 Stunden kostenlos auf X (Twitter) zur Verfügung stellte.
- Faktisches Vertriebsverbot in Deutschland: Die FSK verweigert eine Altersfreigabe, wodurch der Film weder bei Amazon, Apple noch im Einzelhandel erhältlich ist – ein Berufungsscreening ist für den 7. Juli angesetzt.
- Scharfe Kritik an ARD, ZDF und der deutschen Justiz: Boll wirft den öffentlich-rechtlichen Medien systematische Beschönigung und der Justiz skandalöse Milde vor – etwa beim Hamburger Stadtpark-Fall von 2020.
- Vorwurf der indirekten Zensur: Während der Film in Österreich, der Schweiz und den USA frei verfügbar ist, werde in Deutschland unbequeme Kunst aus politischen Gründen unterdrückt.
- Bolls Appell an die Politik: Statt endloser Asylverfahren und milder Urteile brauche es konsequente Abschiebungen und den unbedingten Schutz der Zivilbevölkerung – andernfalls drohe die im Film gezeigte Eskalation Realität zu werden.
Uwe Boll im Gespräch: Über „Citizen Vigilante", Elon Musk und die Frage nach Zensur in Deutschland
Er hat sich mit seinen Filmkritikern geboxt – vier Stück an einem Abend, live im Pay-TV. Er hat Filme über Völkermord gedreht, die bewusst verstören sollen. Und jetzt hat er mit „Citizen Vigilante" einen Film abgeliefert, der Deutschland in Aufruhr versetzt. Uwe Boll ist zu Gast bei Philip und Dominik, und was folgt, ist kein diplomatisches Gespräch – es ist ein Ventil, das aufgeht.
Wie Elon Musk den Film auf die Weltbühne katapultierte
Die Geschichte, wie der Film überhaupt seine Reichweite bekam, ist an sich schon bemerkenswert. Elon Musk sah Trailer und Clips, nahm Kontakt auf und stellte „Citizen Vigilante" für 48 Stunden kostenlos auf X zur Verfügung. Philip beschreibt, wie er morgens um sechs Uhr sofort den Film anschaute – und was dann mit ihm passierte, war alles andere als die erwartete Ablehnung der gezeigten Gewalt.
Es ist quasi nicht das Gefühl der Ablehnung gewesen, sondern ich habe gemerkt, wie durch diese tonnenhafte Last des Unrechts, das seit Jahren über uns ist, so ein Gefühl von tiefem Unrecht, dass es einem fast wohlig ums Herz wurde. Und das ist jetzt eigentlich, wenn ich das reflektiere, schlimm.
Diese ehrliche Selbstreflexion von Philip zeigt genau das, was den Film so brisant macht: Er trifft einen Nerv, der bei Millionen von Menschen offenliegt.
Uwe Bolls Antrieb: Wut, die sich über Jahre aufgestaut hat
Uwe Boll macht keinen Hehl daraus, was ihn zu diesem Film getrieben hat. Es war keine einzelne Geschichte – obwohl der Gruppenvergewaltigungsfall aus dem Hamburger Stadtpark von 2020 ein zentraler Auslöser war. Es war die Summe aus allem: Die endlosen Fälle von Messerattacken, Gruppenvergewaltigungen, die Random-Gewalt auf offener Straße – und vor allem der Umgang der Medien, der Politik und der Justiz damit.
Alle Fernsehspiele in ARD und ZDF zeigen immer nur den sensationellen Migranten, der sich total positiv entwickelt hat. Das empfinde ich als Intellektueller als komplette Volksverarschung.
Boll beschreibt, wie ihn besonders die mediale Verarbeitung zur Weißglut brachte – etwa ein Journalist der Süddeutschen Zeitung, der beim Hamburger Fall kein Wort über das Opfer verlor, sondern nur Verständnis für die Täter einforderte. Ein 15-jähriges Mädchen, von neun Männern vergewaltigt, acht von neun auf Bewährung – bestätigt vom BGH im März 2025.
Die FSK-Frage: Kein Verbot, aber ein faktischer Bann
Der Film hat in Deutschland keine FSK-Freigabe erhalten. In Österreich und den USA ist er verfügbar – in Deutschland nicht. Die offizielle Linie: Der Film ist „nicht verboten". Uwe Boll zerlegt dieses Argument in Sekunden.
Die schreiben natürlich, der Film ist doch gar nicht verboten. Ja, gut, aber wenn man kein Kennzeichen hat, liegt man nicht beim Müller, nicht beim Media Markt mit DVDs. Amazon lädt einen nicht hoch, Apple lädt einen nicht hoch. Natürlich ist das ein Bann.
In jedem anderen Land der Welt gibt es eine Freigabe ab 18 – schlimmer geht's nicht. In Deutschland existiert dieser eigenartige Zwischenraum, in dem ein Film weder offiziell verboten noch zugänglich ist. Boll weist darauf hin, dass das Gewaltlevel seines Films vergleichbar ist mit Serien wie „Mayor of Kingstown" mit Jeremy Renner, die keinerlei Probleme haben. Der Unterschied: die politische Aussage.
Am 7. Juli steht ein Appellations-Screening bei der FSK in Wiesbaden an – die dritte Prüfung, diesmal unter völlig anderen Vorzeichen, nachdem der Film weltweit für Aufsehen gesorgt hat.
Warum der Film so gefährlich ist – für die, die ihn verhindern wollen
Dominik bringt es auf den Punkt: Der Film ist nicht gefährlich, weil er Gewalt zeigt. Er ist gefährlich, weil er ein Ventil öffnet für eine angestaute Wut, die Millionen von Menschen in sich tragen. Die Szenen der Selbstjustiz im Film resonieren nicht trotz, sondern wegen der erlebten Realität.
Boll kontert gelassen: Niemand läuft Amok, weil er einen Film sieht. Die Menschen flippen aus wegen der tatsächlichen Taten – wie zuletzt in Belfast. Und er betont die Warnfunktion seines Films:
Wenn ihr jetzt nicht die Sache langsam ernst nehmt, wie die Bevölkerung denkt und wie die emotionale Lage ist von vielen – dann müsst ihr euch nicht wundern, wenn es zu solchen Befreiungsschlägen kommt.
Die Verschwörungstheorie um den Vertrieb
Philip konfrontiert Boll direkt mit einer Theorie, die im Netz kursiert: Die Vertriebsfirma Quiver Distribution werde von jüdischen Gründern geführt, und der Film diene dazu, Weiße und Muslime gegeneinander aufzuhetzen. Bolls Antwort ist nüchtern und klar: Er hat den Film komplett alleine finanziert, beim American Film Market im November gezeigt, sechs Angebote aus Nordamerika bekommen und Quiver gewählt, weil sie am meisten gezahlt haben und – aus langjähriger Erfahrung – auch tatsächlich auszahlen. Die Firma hatte vom Film keine Ahnung, bis sie ihn im November sah.
Die politische Dimension: Von Helmut Schmidt bis zur AfD
Dominik stellt die entscheidende Frage: Boll wird als rechtsextrem dargestellt für Positionen, die vor 20 Jahren aus der SPD kamen. Wer hat sich also verändert?
Bolls Antwort ist ein Rundumschlag gegen die gesamte politische Landschaft:
- Helmut Schmidt würde heute vom Verfassungsschutz beobachtet
- Franz Josef Strauß wäre definitiv AfD-Mitglied
- Die CDU von heute sei kein Unterschied zur Ampel
- Friedrich Merz kündige groß an und setze nichts um – die aktuelle Regierung sei noch katastrophaler als die Ampel
Was ihn besonders stört: die komplette Handlungsunfähigkeit. Abschiebungen, die scheitern, weil Betroffene im Flugzeug randalieren und dann zurück in die Unterkunft gebracht werden. Gerichtsverfahren, die Millionen kosten und jahrelang dauern. Eine politische Klasse, die sich selbst bedient und den Kontakt zur Straße verloren hat.
Die Szene, die alles auf den Punkt bringt
Philip hebt eine Szene ganz zu Beginn des Films hervor, die ihn sofort emotional abgeholt hat: Eine Mutter, die liebevoll mit ihrem Kind umgeht – eine Szene, die jeder Mann mit Familie sofort auf die eigene Situation übertragen kann. Und dann bricht die Gewalt herein. Boll betont: Das ist keine Überhöhung. Das ist die Realität, die hundertfach genau so passiert ist.
Boll selbst erzählt von einem Video aus Paris, das ihn nie losgelassen hat: Ein Mann mit Kinderwagen wird von hinten abgestochen, fasst sich an den Nacken, bricht zusammen und verblutet – das Baby im Wagen versteht nichts. Diese Random-Gewalt, gegen die man sich nicht wehren kann, weil man nicht damit rechnet – das ist der Kern dessen, was ihn antreibt.
Wo man den Film sehen kann – und wo nicht
Für deutsche Zuschauer bleibt die Situation frustrierend: Aktuell kann man in Österreich Blu-Rays vorbestellen, die deutsche Synchronisation wird gerade produziert. In Österreich und der Schweiz wird der Film bald regulär im Stream verfügbar sein. In Deutschland nicht – es sei denn, die FSK-Berufung am 7. Juli bringt die Freigabe ab 18. Bis dahin bleibt Deutschen nur der Umweg über VPN.
