Kriegsziele nicht erreicht, im weißen Haus zieht Panik ein! Hopf & Kettner #10
18. März 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner
Darum geht's in dieser Folge
- Iran-Krieg verläuft für die USA schlechter als erwartet: Der Iran exportiert 30 % mehr Öl als vor dem Konflikt, die Straße von Hormus bleibt gesperrt und Trumps Tonfall wechselt von Drohungen zu Lob für die iranische Führung.
- Zweifel an Netanjahus öffentlichen Auftritten: Mehrere Videos zeigen KI-typische Fehler wie sechs Finger, verschwindende Eheringe und physikalisch unmögliche Kaffeebewegungen – Deep-Fake-Verdacht steht im Raum.
- China nutzt die Ablenkung und positioniert 26 Kampfflugzeuge sowie sieben Kriegsschiffe rund um Taiwan – die USA haben Schlüsselsysteme wie die USS Abraham Lincoln und THAAD-Raketenschilde für den Iran-Einsatz abgezogen.
- Die USA stehen zunehmend isoliert da: Eine multinationale Marinekoalition zur Sicherung der Straße von Hormus wurde von Italien, Japan, Kanada, Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern abgelehnt.
- Ein Rohstoff-Superzyklus zeichnet sich ab – explodierende Öl-, Gold- und Silberpreise bei gleichzeitig stagnierender Wirtschaft erinnern an die Stagflation der 1970er Jahre, diesmal jedoch auf Steroiden.
- Bundeskanzler Merz reagiert auf die Benzinpreiskrise lediglich mit der Regel, dass Tankstellen nur noch einmal täglich erhöhen dürfen – statt die massiven staatlichen Steuern auf Sprit zu senken.
Der Iran-Krieg läuft nicht nach Plan – und China wittert seine Chance
Tag 18 des Iran-Konflikts, und die Lage sieht für die USA deutlich weniger rosig aus, als Donald Trump es auf Truth Social verkauft. Die ersten 48 Stunden haben über 5,6 Milliarden US-Dollar gekostet, mehr als 2.000 Munitionseinheiten wurden verschossen – und der Iran? Exportiert im März 30 Prozent mehr Öl als im Vormonat. So sieht kein Land aus, das kurz vor der Kapitulation steht.
Trumps Tonwechsel: Vom Vernichter zum Schmeichler
Philip bringt es auf den Punkt: Erst droht Trump mit der totalen Vernichtung, dann lobt er plötzlich den „hohen IQ" der iranischen Führung. Dieser Tonwechsel verrät mehr als jede offizielle Stellungnahme. Trump will einen Deal – dringender, als er zugeben würde.
Die Straße von Hormus ist nach wie vor blockiert. Trotz der Behauptung von Verteidigungsminister Hegseth, man habe die maritime Hoheit, fahren dort keine Tanker durch. Die Konsequenz: unterbrochene Lieferketten für Öl, Gas und – besonders kritisch – Düngemittel. Selbst wenn morgen Frieden geschlossen würde, sind die Schäden an den globalen Lieferketten bereits angerichtet.
Die iranische Strategie: Asymmetrie statt Kapitulation
Der Iran setzt auf Mosaic Defense – eine dezentralisierte Kriegsführung ohne zentrale Führung, die auf tausende ballistische Raketen, Drohnenschwärme und Proxis in zwölf Ländern verteilt ist. 22 Militärbasen in verschiedenen Golfstaaten wurden angegriffen. Die angeblich zu 99 Prozent zerstörte Raketenkapazität des Iran? Eine Erzählung, die nicht zu den Fakten passt – sonst hätte Israel nicht vor wenigen Tagen einen Notruf an die USA gesendet, weil die Abfangraketen zur Neige gehen.
Wenn wir sagen, dass wir keinen Waffenstillstand wollen, dann nicht, weil wir Krieg wollen. Dieser Krieg muss so enden, dass unsere Feinde nie wieder daran denken, diese Angriffe zu wiederholen.
So der iranische Finanzminister. Die Botschaft ist klar: Der Iran will kein schnelles Ende, sondern ein Ende zu seinen Bedingungen.
Dazu kommt: Die bunkerbrechenden Bomben der USA dringen in verstärktem Beton gerade mal drei Meter ein – die iranischen Nuklearanlagen liegen aber bis zu 60 Meter tief. Die Uranreicherungsanlagen sind faktisch unzerstörbar.
Das Netanyahu-Rätsel: Drei Videos, null Klarheit
Während der Krieg tobt, ist Israels Premierminister Benjamin Netanyahu zeitweise von der Bildfläche verschwunden. Es folgten drei Videos, die seine Präsenz beweisen sollten – und alle drei werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten.
- Video 1: Netanyahu bewegt seine Hände – und hat plötzlich sechs Finger. KI-Analyseprogramme stufen es als Deep Fake ein.
- Video 2: Er steht in seiner Lieblingscafeteria mit einem randvollen Kaffeebecher, dessen Bewegung physikalisch unmöglich erscheint. Auch hier: KI-Analyse sagt Deep Fake.
- Video 3: Er läuft auf einer Aussichtsplattform, schüttelt Hände – aber sein Ehering verschwindet für mehrere Sekunden zwischen zwei Frames und taucht dann wieder auf. Bodyguards tragen allesamt Masken, niemand sonst.
Philip stellt die naheliegende Frage: Warum sollte die meistgesuchte Person eines Krieges frei auf öffentlichen Plattformen herumlaufen? Das ergibt strategisch keinen Sinn. Ob Netanyahu verletzt, krank oder tatsächlich getötet wurde – wie ein nordkoreanischer Sender behauptet –, bleibt unbestätigt. Aber dass Israel offenbar nicht in der Lage ist, ein einwandfreies Echtzeitvideo seines Premierministers zu produzieren, ist bemerkenswert.
Trumps Hilferuf – und die globale Absage
Nachdem Trump zunächst verkündete, die US-Armee sei die glorreichste aller Zeiten und brauche keine Hilfe, kam der Kurswechsel: Er bat die Welt um eine multinationale Marinekoalition zur Sicherung der Straße von Hormus. Die Antworten:
- Abgelehnt: Italien, Spanien, Japan, Norwegen, Kanada, Australien, Deutschland
- Zögerlich: Frankreich
- Keine Antwort: China, Niederlande
- Keine Bestätigung: Südkorea, UK
Die USA stehen in diesem Konflikt zunehmend isoliert da. Früher hätte sich kein Land getraut, Washington eine Absage zu erteilen. Aber die Kombination aus völkerrechtswidrigem Angriff und Trumps Zoll- und Sanktionspolitik hat das geopolitische Kapital der USA aufgezehrt.
Während die Welt auf den Iran starrt, formiert sich China um Taiwan
Und hier wird es wirklich brisant. Dominik und Philip lenken den Blick dorthin, wo gerade kaum jemand hinschaut: Taiwan.
Die Faktenlage ist alarmierend:
- 26 chinesische Kampfflugzeuge und sieben Kriegsschiffe operieren aktuell rund um Taiwan – bestätigt vom taiwanesischen Verteidigungsministerium
- Tausende chinesische Fischerboote formieren sich als maritime Miliz um die Insel
- Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln wurde aus der Region abgezogen und in den Persischen Golf verlegt
- Die THAAD-Raketensysteme und Patriot-Anlagen wurden aus Südkorea und der Taiwan-Region abgezogen, um Israel zu schützen
- Die sogenannte First Island Chain – der amerikanische Sicherheitsgürtel im Pazifik – ist ungeschützt
Philip wendet das Gesetz des Dschungels an: Man greift an, wenn der Gegner geschwächt ist. Und die USA sind genau das – geschwächt, überdehnt, mit aufgebrauchten Munitionsvorräten. Ganze Jahresproduktionen an Raketen wurden in weniger als drei Wochen verfeuert.
Warum China jetzt zuschlagen könnte
China kontrolliert 90 bis 95 Prozent der globalen Verarbeitung seltener Erden. 78 Prozent aller US-Waffenprogramme enthalten Magnete aus diesen seltenen Erden. Die USA haben nur noch etwa zwei Monate Vorrat in ihren Verteidigungsreserven. Wenn China Taiwan einnimt und damit auch TSMC – den weltweit größten Halbleiterproduzenten mit über 90 Prozent der fortschrittlichsten Chips –, dann wäre China die unangefochtene technologische und militärische Supermacht.
Dominik weist auf einen wichtigen Faktor hin: Xi Jinping hat 2027 als frühestes Datum für die militärische Bereitschaft genannt. Aber der chinesische Präsident nähert sich dem biologischen Ende seiner Amtszeit. Das Zeitfenster könnte ihn dazu verleiten, den Fahrplan zu beschleunigen – zumal der Zeitgeist noch nie günstiger war.
Ein US-Diplomat bringt es nüchtern auf den Punkt:
Wenn China jetzt Taiwan angreift, wäre das ein echtes Problem.
Südkorea in der Zwickmühle
Was für Taiwan gilt, gilt in abgeschwächter Form auch für Südkorea. Die THAAD-Systeme, die das Land vor Nordkorea schützen sollten, sind nach Israel verlegt worden. Zwischen Nord- und Südkorea besteht seit 1953 kein Friedensvertrag – technisch gesehen herrscht noch immer Kriegszustand. Dass Südkorea jetzt plötzlich aktiv Friedensverhandlungen sucht, spricht Bände über das Bedrohungsgefühl in Seoul.
Deutschlands Energiekrise: Friedrich Merz und die Tankstellen-Farce
Während die Welt in Flammen steht, liefert Bundeskanzler Friedrich Merz eine Reaktion auf die explodierenden Benzinpreise, die Dominik und Philip fassungslos macht. Sein Vorschlag: Tankstellen dürfen die Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen.
Die offensichtliche Frage: Warum nicht einfach die staatlichen Steuern auf Benzin senken? Der Steueranteil am Benzinpreis ist enorm – eine Halbierung würde sofort spürbare Entlastung bringen. Stattdessen eine Regulierung, die dazu führt, dass Tankstellen einen größeren Puffer einpreisen und der Preis am Ende noch höher ausfällt.
Parallel dazu zerstört die Ukraine – mit europäischem Steuergeld finanziert – aktiv russische Öl- und Gasinfrastruktur, die eigentlich Europa versorgen sollte. Die Parallele zu den Russland-Sanktionen drängt sich auf: Man wollte Russland in die Knie zwingen und hat sich am Ende selbst in die Knie gezwungen. Die russische Wirtschaft wächst stärker als die deutsche.
Der größte Rohstoff-Superzyklus der Geschichte
Dominik zieht die historische Parallele: In den 1970er Jahren führte die Ölkrise im Iran zu drei großen Inflationswellen – 10, über 20 und fast 30 Prozent. Die USA mussten die Zinsen auf 20 Prozent anziehen, in Deutschland lagen sie bei 10 Prozent. Was folgte, war eine Explosion der Rohstoffpreise bei gleichzeitig einbrechenden Immobilien und selektiven Aktienmärkten – klassische Stagflation.
Genau in ein solches Szenario steuern wir jetzt hinein, nur diesmal potenziert: Eine erste Inflationswelle von über 10 Prozent liegt bereits hinter uns. Die Ölpreise schießen erneut in die Höhe. Gold, Silber, Kupfer, Uran – alles zieht an. Philips Riecher im Januar, als er und Dominik beim gemeinsamen Fasten eine größere Ölposition eröffneten, hat sich bezahlt gemacht.
Was die Welt gerade erlebt, ist im Kern ein gigantischer Rohstoffkrieg – eine Neuordnung der globalen Machtverhältnisse entlang der Frage, wer welche Rohstoffe kontrolliert. Die USA verlieren Einfluss, China und die BRICS-Staaten gewinnen. Und inmitten dieses Umbruchs liegt für Investoren, die nicht in Angststarre verfallen, die vielleicht größte Chance einer Generation.
