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Wer jetzt kein starkes Umfeld hat, wird untergehen! – Hopf & Kettner #18

15. April 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner

Darum geht's in dieser Folge

  • Starkes Umfeld als Überlebensstrategie: Wer in Krisenzeiten kein unterstützendes Netzwerk aus Partnern, Familie und Freunden hat, wird laut Hopf & Kettner auf Dauer scheitern – ähnlich einem Tier, das seine Herde verloren hat.
  • Gegen die Spaltungsrhetorik: Ob Mann gegen Frau, geimpft gegen ungeimpft oder politische Lager – die mediale Spaltung schwächt die Gesellschaft, und beide appellieren eindringlich, sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.
  • Familie und Kinder als stärkster Antrieb: Vaterschaft hat beiden eine neue intrinsische Motivation gegeben, und sie kritisieren scharf, dass Deutschland keine Strukturen schafft, die junge Menschen ermutigen, Familien zu gründen.
  • Dankbarkeit, Visualisierung und Morgenroutinen: Beide nutzen Dankbarkeitstagebücher und das tägliche Aufschreiben von Zielen als zentrale Werkzeuge – laut Kettner werden neun von zehn so formulierten Zielen tatsächlich erreicht.
  • Glaube und innerer Kompass: Kettner spricht offen über seinen Glauben an Gott als Wegweiser in persönlichen Krisen und leitet daraus auch Werte wie Treue und Integrität im Geschäftsleben ab.
  • Chancen trotz Krise – das goldene Handwerk: Hopf sieht trotz wirtschaftlicher Probleme enormes Potenzial in Deutschland, besonders im Handwerk und Dienstleistungssektor, wo massiver Fachkräftemangel herrscht und guter Service kaum Konkurrenz hat.

Wer jetzt kein starkes Umfeld hat, wird untergehen

Diese Folge ist anders. Philip und Dominik stehen nicht im Studio, sondern live auf der Bühne des Founder Summit – vor einem Publikum, das so voll war wie nie zuvor. Und das Thema trifft einen Nerv: Wie bleibt man in einer Welt, die täglich verrückter wird, handlungsfähig, positiv und auf Kurs?

Der Status Quo: Dauerkrise als Normalzustand

Ukraine, Libanon, Iran, steigende Ölpreise, galoppierende Inflation – die Konflikte kommen in immer kürzerer Taktung. Donald Trump kann jeden Morgen mit einer neuen Meinung aufwachen, die zwischen drittem Weltkrieg und Entwarnung schwankt. Friedrich Merz schüttelt seinen Unterkiefer, und das war's. Die politische Rhetorik hat ein Niveau erreicht, bei dem die Auslöschung ganzer Zivilisationen einfach so im Raum steht – und kaum jemand reagiert.

Philip nennt sich selbst einen „negativen Medienalkoholiker" – jemand, der zu viel schlechte Nachrichten konsumiert und am nächsten Morgen mit einem emotionalen Kater aufwacht. Und genau hier liegt der entscheidende Punkt: Alles ist Energie. Wer den ganzen Tag medialen Fastfood frisst, darf sich nicht wundern, wenn er sich danach miserabel fühlt.

Euer persönliches Schicksal muss nicht das Massenschicksal sein. Muss nicht das Schicksal eines Landes oder von ganz Europa sein.

Das Umfeld entscheidet über alles

Die Kernbotschaft ist klar und unmissverständlich: Wer in den kommenden Jahren kein starkes Umfeld hat, wird gefressen. Wie ein Tier, das seine Herde verloren hat. Es wird Zeiten geben, in denen diejenigen weiterkommen, die sich gegenseitig einhaken – finanziell, emotional, praktisch.

Philip und Dominik haben beide an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben einen radikalen Schnitt gemacht: Sie haben einen Großteil ihres Umfelds abgeschnitten. Menschen, nach deren Gesellschaft sie sich schlechter fühlten, wurden konsequent aus dem Leben genommen. Kein Drama, kein Groll – einfach die nüchterne Erkenntnis, dass Energiesauger dich auf Dauer zerstören.

Es gibt Leute, mit denen sprichst du und danach fühlst dich richtig gut. Und dann gibt's Leute, mit denen sprichst du und danach bist du erschöpft, als wärst du gerade ordentlich laufen gegangen. Das sind Energiesauger.

Die Frage ist: Hast du genug Selbstwert, um das nicht mehr zuzulassen?

Gegen die Spaltung: Mann gegen Frau, geimpft gegen ungeimpft, links gegen rechts

Was in der Gesellschaft gerade passiert, ist das genaue Gegenteil von Zusammenhalt. Mediale Spaltung auf allen Ebenen: Ukraine oder Russland, geimpft oder ungeimpft, Mann oder Frau. Philip wird besonders deutlich beim Thema Geschlechterkampf. Der Fall Colin Fernandez und Songs wie „Es sind nicht alles Männer, aber es ist immer ein Mann" implizieren, dass jeder Mann dieses Gedankengut in sich trägt.

Was ist das für eine Scheiße? So kommst du nicht weiter.

Die Verbitterung, die in Kommentarspalten durchscheint – „alle Männer sind Scheiße", „alle Frauen sind so" – das ist keine Lebenseinstellung, das ist eine Sackgasse. Philip und Dominik stellen sich dem bewusst entgegen: Zusammenkommen statt spalten lassen.

Familie als Antrieb – warum Kinder alles verändern

Dominik beschreibt die Geburt seines Sohnes vor sieben Jahren als den Moment, der alles verändert hat. Eine intrinsische Motivation, die stärker ist als jede Medienkampagne, jeder Shitstorm, jeder Versuch, ihn mundtot zu machen. Philip erzählt von der Vorfreude, mit seinem zweieinhalbjährigen Sohn eines Tages am See zu stehen und zu angeln. Das klingt simpel – und genau das ist der Punkt.

Schafft euch etwas in eurem Leben, wo ihr sagt: Es gibt für mich keinen denkbaren Grund langsamer zu machen, keinen denkbaren Grund aufzugeben.

Beide nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es um die demografische Lage geht: Die Geburtenraten sind katastrophal niedrig. Es ist eine Schande, dass in Deutschland die Strukturen fehlen, damit sich Familien Kinder leisten können. Nach dem Zweiten Weltkrieg war alles zerstört – und die Menschen haben trotzdem Kinder bekommen. Genau deshalb sitzt heute überhaupt jemand in diesem Raum.

Glaube als innerer Kompass

Dominik wird persönlich. Er spricht über einen Schicksalsschlag, der ihn beinahe aus dem Leben gerissen hat. In dieser dunkelsten Phase hat er etwas gefunden, von dem er nicht glaubte, dass es real sein kann: Glaube. Nicht im Sinne einer organisierten Religion, sondern als innerer Kompass, als Wegweiser.

Er betet jeden Abend mit seinem Sohn. Er achtet bei Menschen in seinem Umfeld darauf, ob sie gläubig sind – nicht als Dogma, sondern weil er damit bestimmte Werte verbindet. Und er zieht eine direkte Linie: Ein Mann, der seine Frau nicht betrügt, wird auch seinen Geschäftspartner nicht betrügen.

Wenn ihr in der schweren Zeit seid, dann kommt ihr bestimmt in dem Moment, in dem ihr mal betet und an irgendwas da oben glaubt, an das ihr vielleicht vorher nicht geglaubt habt.

Körperhaltung verändert Bewusstsein

Dominik fordert das Publikum zu einem Experiment auf: Denkt an etwas Schmerzhaftes – und beobachtet, was mit eurem Körper passiert. Die Schultern hängen, der Kopf geht runter, der ganze Körper klappt zusammen. Jetzt das Gegenteil: Schultern zurück, Kopf hoch, tief einatmen.

Angst ist Stillstand, ein Krampfzustand. Das Gegenteil ist Bewegung. Wer sich einrollen lässt, wird am Boden liegen bleiben. Wer aufsteht und weitermarschiert – egal was kommt – der hat eine Chance. Genau dafür werden Philip und Dominik regelmäßig kritisiert: dass sie in jeder schwierigen Lage einfach weitermachen.

Dankbarkeit und das Prinzip der Anziehung

Philip startet jeden Morgen mit dem Satz: „Today is gonna be a wonderful day." Egal wie es draußen aussieht. Manchmal fühlt sich das an wie Selbstbetrug – aber genau darum geht es. Du stellst das Setting deiner Gefühle selbst ein. Wer die Verantwortung für seine Stimmung nach außen abgibt – an den Chef, den Job, die Umstände – der hat die Kontrolle verloren.

Dominik beschreibt, wie er Philip auf einer gemeinsamen Heilfastenkur morgens beobachtet hat: mit einem kleinen Büchlein, in dem er seine Glaubenssätze aufschreibt. Dominik selbst führt abends ein Dankbarkeitstagebuch. Beide schreiben ihre Ziele regelmäßig nieder – materiell und immateriell.

Ihr seid noch nie in eurem Leben, eurem Ziel, so nah gewesen wie an diesem jetzigen Zeitpunkt, weil da bleibt kaum ein Haken offen. Neun von zehn Zielen werden davon erreicht sein.

Die Methode: Die ersten 21 Tage aufschreiben, danach jeden Tag durchlesen. Entscheidend ist der Zustand, in dem man das tut – nicht mit schlechter Laune, sondern aus einem Zustand der Dankbarkeit heraus. Denn worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst, das wird größer. Wer sich ständig mit Krankheit beschäftigt, zieht Krankheit an. Wer sich mit Neid beschäftigt, bleibt im Neid stecken.

Der deutsche Neid – und warum er euch lähmt

Philip zieht den Vergleich: In Amerika erzählt jemand von seinem Erfolg, und dem tut die Schulter weh, weil so viele Leute draufklopfen. In Deutschland? „Was gibt der so an, der Typ?" Diese Neidkultur ist ein Krebsgeschwür – und die Lösung ist brutal einfach: Umgebt euch mit Menschen, die euch auf die Schulter klopfen, die sagen „Mega, das hast du toll gemacht", die fragen „Wie hast du das geschafft?" statt hinter eurem Rücken zu lästern.

Unternehmertum in Deutschland: Totgesagte leben länger

Kann man in Deutschland noch erfolgreich werden? Philip antwortet nüchtern: Selbst in Venezuela, einem der ärmsten Länder der Welt, gibt es reiche Menschen. Natürlich ist es möglich. Aber er sieht vor allem eine Branche vor dem Comeback: das Handwerk.

Der Mangel an guten Handwerkern ist bereits jetzt geisteskrank. Ein Elektroinstallateur in Philips Stadtteil in Stuttgart geht in Rente – und es gibt schlicht niemanden, der übernimmt. Schweine Geld liegt auf dem Tisch, aber es greift keiner zu. Bei KI muss man sich in Deutschland ohnehin keine Sorgen machen, dass sie schnell eingeführt wird – dafür fehlen schlicht die Fähigkeiten.

Wenn wir in der Servicewüste leben, dann sei doch einer, der einen guten Service bietet – weil dann hast du wenig Konkurrenten.

Das Grundprinzip bleibt zeitlos: Dienstleister kommt von dienen. Wer die Probleme anderer Menschen löst, wer ihnen ein komfortableres Leben ermöglicht, der wird immer bezahlt werden. 80 Millionen Menschen in Deutschland – auch wenn sie insgesamt weniger Geld haben, werden sie für echte Problemlösungen zahlen.

Vorbereitung ist kein Prepper-Wahn

Dominik spricht offen darüber, dass er und Philip vor wenigen Tagen mit Top-Unternehmern auf einem Panel saßen und über Notfallpläne diskutierten. Was passiert beim politischen Exodus? Was beim Worst Case in Deutschland? Jeder dieser Unternehmer hatte seine Pläne. Das Wort „Prepper" wird gerne ins Lächerliche gezogen – aber wer vorbereitet ist, schläft ruhiger.

Der Grund, warum ich Gold und Silber habe, ist, weil ich damit ruhig schlafe. Es hat nichts damit zu tun, dass ich damit reich werden will – sondern ich brauche Beruhigungspillen in meinem Leben, und die suche ich mir ganz gezielt.

Checklisten abarbeiten, für jede Eventualität planen, auch wenn der Worst Case nie eintritt – das ist keine Paranoia, das ist Verantwortungsbewusstsein. Gegenüber der Familie, gegenüber sich selbst, gegenüber der Zukunft, die man sich aufbauen will.