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SPD-Mann aus Pulheim: Schock-Videos gehen viral – kein Medium berichtet! Hopf & Kettner #59

9. September 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner

Darum geht's in dieser Folge

  • Viral verbreitete Videos zeigen angeblich den ehemaligen SPD-Kommunalfunktionär Michael Fetter aus Pulheim in schwer verstörenden Situationen – die Echtheit ist nicht verifiziert, es gilt die Unschuldsvermutung.
  • Trotz Polizeiermittlungen und eines Statements der SPD Pulheim berichten weder öffentlich-rechtliche noch große alternative Medien über den Fall – die SPD distanziert sich von „rechtsextremen Netzwerken", aber nicht explizit von den gezeigten Handlungen.
  • Hopf und Kettner listen mehrere frühere Pädophilie-Fälle mit SPD-Bezug auf: ein Ratsvorsitzender aus dem Harz, ein Kommunalpolitiker aus Lünen, ein bayerischer Landtagsabgeordneter, der Ex-Verfassungsrichter mit 1,7 Millionen kinderpornografischen Dateien sowie den Fall Sebastian Edathy.
  • Das Kentler-Experiment wird als historisches Beispiel für institutionelles Versagen angeführt: Ab den 1960er Jahren wurden in Westberlin obdachlose Jugendliche gezielt bei pädophilen Pflegevätern untergebracht – mit staatlicher Beteiligung.
  • Scharfe Kritik am deutschen Strafmaß bei Kindesmissbrauch: Sexueller Missbrauch kann mit nur 6 Monaten, schwerer Missbrauch teils mit nur ein bis zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden – beide Hosts halten das für völlig unzureichend.
  • Offener Aufruf an die Community und an Betroffene mit pädophilen Neigungen, sich für ein anonymisiertes Podcast-Gespräch zu melden, um die Denkweise hinter der Störung besser zu verstehen und das Thema sichtbar zu halten.

Der Fall Michael Fetter: Verstörende Videos, totales Mediensilence

Auf den sozialen Medien explodiert ein Skandal – und kein einziges großes Medium greift ihn auf. Videos kursieren auf X und anderen Plattformen, die einen ehemaligen SPD-Kommunalfunktionär aus Pulheim namens Michael Fetter in zutiefst verstörenden Situationen zeigen sollen: eine Person, die vor einer Kinderpuppe onaniert, den Hitlergruß zeigt, sich selbst als pädophil bezeichnet und behauptet, bereits Kinder misshandelt zu haben. Ein weiteres Video soll die Person in einer exhibitionistischen Pose gegenüber Minderjährigen auf TikTok zeigen.

Wichtig vorab: Philip und Dominik betonen ausdrücklich, dass die Echtheit dieser Videos nicht verifiziert ist. Es kann sich um authentisches Material handeln – oder um Deepfakes. Die Unschuldsvermutung gilt. Der Betroffene wurde vor Veröffentlichung angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Er hat nicht reagiert.

Das merkwürdige Schweigen der Medien

Was Philip und Dominik besonders stutzig macht: Kein Medium berichtet. Nicht die öffentlich-rechtlichen, nicht Apollo News, nicht NTV, nicht Tichys Einblick – niemand. Und das, obwohl die Polizei Ermittlungen eingeleitet hat, die SPD ein offizielles Statement abgegeben hat und die betroffene Person selbst Stellung bezogen hat. Die Website von Michael Fetter wurde mit dem Hinweis auf eine „Defamierungskampagne eines rechten Netzwerks" vorübergehend geschlossen.

Warum gehen die Medien nicht auf dieses Thema?

Philips Interpretation: Die Medien wollten kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keinerlei Berichterstattung zulassen, die der SPD – die ohnehin an der 5%-Hürde kratzte – zusätzlich schaden könnte. Aber selbst nach der Wahl: Stille.

Das Statement der SPD Pulheim – kein Dementi

Die SPD Pulheim veröffentlichte am 29. August ein Statement. Der Kern: Das Video stamme aus einem „klar rechtsextrem ausgerichteten Onlinekanal", die betreffende Person sei nicht mehr Mitglied der Partei. Man distanziere sich von „rechtsextremen Netzwerken und deren Methoden".

Was Philip und Dominik auffällt: Es ist kein Dementi. Die SPD sagt nicht, das Video sei gefälscht. Sie sagt nicht, die Vorwürfe seien unwahr. Stattdessen wird auf die Quelle verwiesen – als ob die politische Ausrichtung des Veröffentlichers irgendetwas über den Wahrheitsgehalt aussagen würde. Und: Kein einziges Wort der Distanzierung von Pädophilie selbst.

Normalerweise sollte man doch sagen: Wir distanzieren uns von Pädophilie, wir distanzieren uns vom Zeigen des Hitlergrußes – nicht von den Rechtsradikalen, die das veröffentlicht haben.

Der systematische Blick: SPD und Pädophilie-Skandale

Der Fall Fetter steht nicht allein. Philip und Dominik haben eine erschreckende Liste zusammengestellt:

Fall 1: SPD-Kommunalpolitiker aus dem Harz (2022–2025)

  • 42 Jahre alt, Ratsvorsitzender, führte den Ausschuss für Jugendpolitik im Kreistag Goslar
  • Über 10.000 Dateien kinder- und jugendpornografischen Materials
  • Anklage im Februar 2025
  • Mediale Berichterstattung: nur NDR und Goslarsche Zeitung – keine bundesweite Berichterstattung

Fall 2: SPD-Kommunalpolitiker aus Lünen (2018–2023)

  • Ehrenamtlicher SPD-Politiker aus Nordrhein-Westfalen
  • Sexueller Missbrauch von Minderjährigen gegen Bezahlung – neun Fälle seit 2018
  • Kontakt über Datingplattformen hergestellt
  • Mediale Berichterstattung: nur WDR und kurz der Spiegel

Fall 3: SPD-Landtagsabgeordneter aus Bayern (2016)

  • 51 Jahre alt, Bezirksvorsitzender der SPD Schwaben
  • Jugendpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings Augsburg
  • Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch und Besitz von Kinderpornografie
  • Mediale Berichterstattung: praktisch nur DW

Fall 4: Ex-Verfassungsrichter und SPD-Funktionär (2024–2026)

  • 63 Jahre alt, ehemaliger Richter am Thüringer Verfassungsgerichtshof
  • Langjähriger SPD-Funktionär, Mitglied der Bundesschiedskommission der SPD
  • 1,7 Millionen kinderpornografische Dateien, 155.000 jugendpornografische Dateien
  • War zuständig für das Parteiausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin
  • Berichterstattung durch Apollo News, Junge Freiheit und Bild – aber keine bundesweite Empörung

Fall 5: Sebastian Edathy (1998–2014)

  • SPD-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses
  • Name tauchte bei kanadischen Ermittlungen gegen einen Anbieter von Kinderpornografie auf
  • 31 Bestellungen bei dem kanadischen Anbieter, darunter Material mit Jungen im Alter von 9–14 Jahren
  • Edathy räumte die Vorwürfe vor Gericht ein und sagte, er bereue sein Verhalten
  • Verfahren eingestellt gegen 5.000 Euro Geldauflage – keine Vorstrafe
  • Der damalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte die SPD-Spitze während der Koalitionsverhandlungen informiert – die Information wurde nicht weitergereicht
Wenn das jetzt irgendeiner von der AfD wäre, dann wäre das Schlagzeile Bildzeitung, Schlagzeile Stern-Sendung, alles, alle.

Das Kentler-Experiment: Staatlich organisierter Kindesmissbrauch

Philip bringt einen Fall auf den Tisch, der das gesamte Ausmaß institutionellen Versagens offenlegt: das Kentler-Experiment. Der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler vertrat ab Ende der 1960er Jahre die Auffassung, pädophile Männer seien geeignete Pflegeväter für schwer vermittelbare, obdachlose Jugendliche. Das wurde in Westberlin tatsächlich umgesetzt – mit Beteiligung der Berliner Jugendhilfe und Behörden.

  • Kentler wusste um die sexuellen Neigungen der Pflegeväter
  • Er betrachtete sexuelle Kontakte als Teil einer „positiven Erziehung"
  • Die Unterbringung erfolgte mit staatlicher Beteiligung
  • Spätere Untersuchungen zeigten: Die Strukturen bestanden über Jahrzehnte
  • Kinder, die niemand vermisste, wurden systematisch Pädophilen zugewiesen
Das ist wirklich ganz schwarz, das ist satanisch, und das zeigt, womit wir es hier mit der Politik zu tun haben.

Das deutsche Strafmaß: Ein Paradies für Täter?

Dominik liest die aktuellen Strafmaße vor – und die Zahlen sprechen für sich:

  • Sexueller Missbrauch von Kindern (§176 StGB): 6 Monate bis 10 Jahre Freiheitsstrafe
  • Schwerer Missbrauch: oft nicht unter 1–2 Jahren
  • Kinderpornografie (Erwerb und Besitz): bis zu 5 Jahre
  • Gewerbsmäßiger Handel: bis zu 10 Jahre

Philips Position ist unmissverständlich: Es geht nicht um Bestrafung im klassischen Sinne. Ein Mensch, der pädophil ist, wird nach 5 Jahren Haft nicht aufhören, pädophil zu sein – genauso wenig wie ein heterosexueller Mann nach einer Therapie plötzlich homosexuell wird. Die Neigung ist angeboren und nach allem, was bekannt ist, nicht therapierbar. Zahlreiche verurteilte Pädophile in den USA haben selbst gesagt: „Lasst uns niemals aus dem Gefängnis raus."

Es geht nicht darum, dass wir die bestrafen wollen. Die müssen weg. Wenn du das nicht verstehst, bist du de facto ein Teil des Problems.

Die offene Frage

Am Ende bleibt die Frage stehen, die Philip und Dominik durch die gesamte Episode begleitet: Warum schweigen die Medien? Warum gibt es keine bundesweite Berichterstattung über die kursierenden Videos, obwohl die Polizei ermittelt und die SPD selbst ein Statement abgegeben hat? Warum werden ähnliche Fälle aus SPD-Kreisen systematisch nur regional und kurz behandelt, während vergleichbare Vorwürfe gegen andere politische Lager sofort zur Dauerschlagzeile werden? Die Frage steht im Raum – eine Antwort gibt es bisher nicht.