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Ölkrise & Weltkrieg: Wir stehen vor dem größten Energie-Schock aller Zeiten! Hopf & Kettner #63

26. September 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner

Darum geht's in dieser Folge

  • Drei Ölrouten gleichzeitig blockiert: Straße von Hormus, Meerenge von Bab al-Mandab und die zerstörte saudische Ost-West-Pipeline sorgen für eine beispiellose Versorgungskrise – Saudi Aramco liefert im Oktober kein einziges Barrel mehr nach Europa.
  • Frankreichs Tankstellen laufen trocken: 75 % der TotalEnergies-Stationen haben kein Benzin mehr, landesweit fehlt an 11 % der Tankstellen mindestens eine Kraftstoffsorte – Macron fordert eine europäische Notfall-Ölfreigabe.
  • Deutschlands Gasspeicher alarmierend niedrig: Mit nur rund 56 % Füllstand Ende September sind die Speicher so leer wie selten zuvor zu dieser Jahreszeit – ein harter Winter könnte Industrieabschaltungen erzwingen.
  • Eskalation an allen Fronten: Massive Drohnenangriffe auf Moskauer Raffinerien, Zerstörung saudischer Ölinfrastruktur durch die Huthi und der Iran-Konflikt treiben die Welt laut Einschätzung der Hosts an den Rand eines Dritten Weltkriegs.
  • Stagflation wie in den 70ern droht: EZB-Chefin Christine Lagarde warnt vor jahrelang erhöhter Inflation, während Diesel in den USA um 90 % gestiegen ist – die Kombination aus stagnierender Wirtschaft und explodierenden Energiepreisen erinnert an die Ölkrise der 1970er.
  • Politische Beben in Deutschland: Die CDU scheitert in Mecklenburg-Vorpommern an der 5-%-Hürde, Kanzler Friedrich Merz verliert massiv an Rückhalt – ein 17-Cent-Tankrabatt statt echter Steuersenkungen auf den 51 % Steueranteil am Spritpreis wird als Symbolpolitik kritisiert.

Drei Ölrouten dicht, Tankstellen leer, Gasspeicher auf Rekordtief – und das ist erst der Anfang

Irgendwann in diesem Winter wird jemand die Heizung aufdrehen und nichts passiert. Kein Blackout, keine Sirenen – nur eine Wohnung, die kalt bleibt. So beginnt eine Energiekrise: nicht mit einem großen Knall, sondern leise, durch die Hintertür. In Form einer Rechnung, die nicht mehr bezahlbar ist. Und genau dort steuern wir hin.

Philip und Dominik haben bereits in Folge 13 im Schloss Marbach vor einer drohenden Ölknappheit gewarnt. Damals wurden sie belächelt – zu früh, sagten viele. Jetzt, Mitte Ende September, hat die Realität sie eingeholt. Und zwar mit einer Wucht, die selbst die Ölkrise der 70er Jahre wie einen schlechten Witz aussehen lässt.

Drei Handelsrouten gleichzeitig blockiert – historisch einmalig

Was gerade passiert, hat es in der Geschichte noch nie gegeben: Drei der wichtigsten Ölrouten der Welt sind gleichzeitig dicht.

  • Die Straße von Hormus – gesperrt
  • Die Meerenge von Bab al-Mandab – gesperrt
  • Die saudische Ost-West-Pipeline – durch Anschläge der Huthi zerstört

Dazu kommt die Ansage von Saudi Aramco: Im Oktober wird kein einziges Barrel Öl mehr nach Europa geliefert. Null. Die Langzeitverträge, auf die sich alle verlassen haben? Makulatur.

Frankreich geht der Sprit aus – Deutschland ist Tage entfernt

Philip hat es selbst erlebt: Im Elsass, auf einer kleinen Reise, Schlangen an Tankstellen über 200 Meter, vierspurig. Nicht eine Tankstelle – alle. 11 Prozent der französischen Tankstellen haben mindestens eine Kraftstoffsorte nicht mehr verfügbar. Bei Total Energies, dem größten Tankstellenbetreiber Frankreichs, sind es sogar 75 Prozent – komplett trocken.

Wie lange dauert es, bis die Franzosen im Elsass rüberkommen, um bei uns zu tanken? Wie lange, bis die deutschen Tankstellen betroffen sind? Das ist eine Frage von Tagen oder Wochen.

Macron fordert bereits eine europäische Notfallölfreigabe. In Deutschland hat Friedrich Merz derweil einen Tankrabatt von ganzen 17 Cent pro Liter beschlossen – finanziert aus Steuergeldern, die vorher abkassiert wurden. 51 Prozent des Spritpreises sind Steuern und Abgaben. Statt an der Steuer zu schrauben, gibt der Staat einen Fünfer zurück von dem Zehner, den er dir aus der Tasche zieht.

Die Preisspirale dreht durch

Die Zahlen sprechen für sich:

  • US-Dieselpreise: +90 % in diesem Jahr, über 5,82 $ pro Gallone, in Kalifornien über 10 $
  • Kerosin: +90 %
  • Gas: +160 %
  • Heizöl: +70 %
  • Strom: +75 %
  • Inflation: offiziell bei 2,9 % – Tendenz laut Christine Lagarde steigend bis Ende 2026

Der physische Ölpreis liegt je nach Einkaufsort bereits bei 130 Dollar pro Barrel, während der Börsenpreis die Realität noch nicht vollständig abbildet. Supertanker kosten mittlerweile über eine Million Dollar pro Tag, eine Ladung von Houston nach Asien schlägt mit 52 Millionen Dollar zu Buche – das entspricht 26 Dollar pro Barrel allein für den Transport.

In den USA macht ExxonMobil ausgerechnet jetzt eine der größten Dieselraffinerien im Mittleren Westen dicht – 11 Millionen Gallonen Kapazität pro Tag, einfach weg. Mitten in der größten Ölkrise der Menschheitsgeschichte.

Russland, Ukraine und die beispiellose Eskalation

Am Wochenende wurde eine der größten Raffinerien in Moskau von Drohnen angegriffen – die Videos zeigen Feuerbälle und massive Explosionen. Das Pikante: Trump hatte Selenskyj wenige Tage zuvor öffentlich aufgefordert, die Angriffe auf russische Dieselinfrastruktur einzustellen. Eine gemeinsame Vereinbarung, hieß es. Und dann kam der bislang heftigste Angriff.

Philip stellt die unbequeme Frage: Russland hat diesen Krieg bisher vergleichsweise zurückhaltend geführt. Kiew funktioniert, Straßencafés sind geöffnet, westliche Politiker reisen mit dem Zug an. Wenn Russland wollte, könnte Kiew aussehen wie Berlin 1945. Die Hardliner hinter Putin werden immer lauter – und die Provokationen durch Angriffe tief in russisches Territorium, möglicherweise mit in Deutschland hergestellten Drohnen, treiben die Eskalation auf einen Siedepunkt.

Wir stehen drei vor zwölf, was den Beginn des wirklich aktiven, heißen Dritten Weltkriegs angeht.

Der Iran – alles andere als besiegt

Die Erzählung, der Iran sei geschlagen, hält der Realität nicht stand. Was ist passiert? Während laufender Verhandlungen – als bereits eine Lösung in Sicht war – wurde Ayatollah Khamenei mit Teilen seiner Familie getötet. Eine Lösung war da, und genau deshalb durfte es keine geben.

Iranberater Zolghadr am 17. September:

Hormus bleibt zu, bis Trump und Netanyahu von der Macht entfernt sind.

So klingt kein besiegtes Land. Die iranische Bevölkerung, die dem Regime zuvor kritisch gegenüberstand, ist nach den Angriffen auf zivile Infrastruktur – darunter die Bombardierung einer Mädchenschule mit anschließendem Double Tap auf herbeieilende Eltern, von der UN als Kriegsverbrechen eingestuft – zusammengerückt. Die Huthi-Milizen als iranische Proxys greifen die saudische Energieinfrastruktur mit erschreckender Treffsicherheit an.

Philip prognostiziert: Der Iran wird am Ende stärker aus diesem Konflikt hervorgehen als vorher. Und das Ziel ist klar – die Atombombe als Sicherheitsgarantie, nach dem Vorbild Nordkoreas. Seitdem Kim Jong-un Atomwaffen hat, ist Ruhe.

Deutschlands Gasspeicher – 56 Prozent im September

Die deutschen Gasspeicher stehen bei 56 Prozent – der niedrigste Stand um diese Jahreszeit seit Jahren. Seit der Sprengung von Nord Stream ist Deutschland vollständig abhängig von externen Lieferanten, die zunehmend ausfallen. Das katarische Gas, das Robert Habeck einst mit einem Kniefall einkaufte, muss durch die Straße von Hormus – die gesperrt ist.

Deutschland wäre durchaus in der Lage, sich energietechnisch weitgehend selbst zu versorgen. Aber man will es nicht. Stattdessen hat man die eigene Energieinfrastruktur systematisch demontiert und sich dann auch noch mit den großen Playern angelegt.

Superwahljahr 2026 – ein Land am Siedepunkt

Die Wahlergebnisse vom Wochenende zeigen ein gespaltenes Land. In Berlin wurde die Linke stärkste Partei – auf deren Wahlparty feierte Issa Remmo, Oberhaupt des berüchtigten Remmo-Clans, angeklagt wegen des Raubes im Grünen Gewölbe in Dresden. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte die CDU an der 5-Prozent-Hürde – ein historisches Novum in der Parteigeschichte.

Friedrich Merz' Reaktion? Die Wähler müssten besser verstehen, was die CDU von ihnen will. Philip und Dominik sehen es anders: Merz wird dieses Jahr als Bundeskanzler nicht überleben. Die Zustimmung in der eigenen Partei ist kaum besser als in der Bevölkerung. Sein Auftritt in Camouflage-Jacke mit Krawatte darunter liest sich wie verzweifelte Kriegssymbolik – weil im Spannungsfall niemand abgewählt werden kann.

Stagflation wie in den 70ern – nur ohne Ausweg

Dominik hat bereits vor vier Jahren auf einem Vortrag in Dubai die These aufgestellt: Wir rutschen in eine Ölkrise und eine Stagflation – stagnierende Wirtschaft bei steigender Inflation. Genau das zeichnet sich jetzt ab. Jedes Mal, wenn der Ölpreis längerfristig über 100 Dollar lag, folgte eine weltweite Rezession.

In den 70er Jahren performten acht von zehn Aktien negativ. Nur Rohstoffe liefen – Kupfer, Gold, Silber. Damals konnte Paul Volcker die Inflation mit Zinsen von 15-20 Prozent brechen. Heute, bei 40 Billionen Dollar US-Staatsverschuldung, die in unter sechs Monaten um eine weitere Billion wächst, ist das unmöglich. Die Zinskosten allein würden das System sprengen.

Christine Lagarde sagt es offen: Die Inflation wird bis Ende 2026 weiter steigen. Es wird schlimmer, bevor es besser wird.

Was steckt hinter den Kulissen?

Dominik wirft eine unbequeme Frage auf: Warum hört man aus dem Finanzsystem so wenig, während die Welt in Flammen steht? Deutsche Banken melden Fehlbeträge in Hunderten-Millionen-Höhe aus dem Immobiliengeschäft. Lagarde treibt den digitalen Euro mit der Peitsche voran. Professor Dr. Richard Werner argumentiert, dass diese Ölkrise am Ende zu einer neuen Zentralbankwährung führt – ein neues, kontrollierbares Geldsystem, installiert im Schatten der Krise.

Historisch gab es in solchen Phasen immer drei Auswege: große Kriege, Hyperinflation oder – große Kriege. Die Geschichte wiederholt sich, weil die ideologische Spaltung jedes Mal verhindert, dass die Bevölkerung einen Konsens findet, um den Wahnsinn aufzuhalten.

Was Philip und Dominik selbst tun

Beide haben sich positioniert – finanziell und praktisch. Dominik setzt auf Gold, Philip auf Ölaktien wie Occidental Petroleum. Beide haben Benzinvorräte angelegt. Philip erwartet, dass Trump gezwungen sein wird, einen Deal mit dem Iran zu machen – spätestens vor den Midterm Elections im November. Sollte das passieren, könnte der Ölpreis rapide fallen. Sollte es nicht passieren, stehen wir vor einem Winter, in dem die Lichter ausgehen könnten.

Wer damals über Benzinkanister und Notstromaggregate gelacht hat, sollte sich fragen, wie lustig er es findet, wenn 75 Prozent der Tankstellen nebenan trocken sind – und die Franzosen zum Tanken über die Grenze kommen.