Podcast

Crash nicht mehr ausgeschlossen: Deutschland fährt mit Vollgas gegen die Wand! – Hopf & Kettner #24

6. Mai 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner

Darum geht's in dieser Folge

  • Deutschlands fiskalisches Endspiel: Der aktuelle Bundeshaushalt wird als „karnevalistische Buchhaltung" am Rande der Seriosität bezeichnet – steigende Renten-, Gesundheits- und Zinskosten machen das Loch jedes Jahr größer.
  • Crash-Szenario nicht mehr ausgeschlossen: Gast Emmanuel Bominghaus hat sein Vermögen bereits für einen möglichen Crash umgeschichtet und warnt vor massiver Inflation und Geldentwertung zur Aufrechterhaltung des Staatsbetriebs.
  • KI und Robotik als unterschätzter Brandbeschleuniger: Massenentlassungen bei Microsoft, Meta & Co. trotz Rekordumsätzen sowie Roboter-Einsatz wie am Tokioter Flughafen zeigen einen Umbruch, auf den Deutschland mit Platz 73 im weltweiten KI-Ranking kaum vorbereitet ist.
  • China-Reise als Weckruf: Blitzblanke Infrastruktur, Hochgeschwindigkeitszüge mit 360 km/h und technologische Biotope – Peking und Shanghai wirken laut Bominghaus wie eine andere Welt, während Deutschland bei Infrastruktur und Digitalisierung zurückfällt.
  • Braindrain und Wegzugsbesteuerung: Alle drei Unternehmer am Tisch beschäftigen sich mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen – die Wegzugsbesteuerung ist für viele Leistungsträger der letzte Grund zu bleiben, nicht die Zuversicht.
  • Plan, Zufall oder Dummheit? Die Runde diskutiert kontrovers, ob die politischen Fehlentscheidungen – von Entwicklungshilfe-Milliarden über Inlandsflug-Kollaps bis Zweckentfremdung der Neuverschuldung – gewollt, inkompetent oder eine fatale Mischung aus beidem sind.

Deutschland im fiskalischen Endspiel: Eine schonungslose Bestandsaufnahme

Drei Unternehmer, ein Tisch und eine Diagnose, die es in sich hat: Deutschland fährt mit Vollgas gegen die Wand. Philip und Dominik haben sich Emmanuel Bimminghaus eingeladen – den Mann, der auf X täglich mit datenbasierter Präzision den Finger in die Wunde legt, wenn es um Insolvenzen, Branchenzusammenbrüche und den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands geht. Was als nüchternes Gespräch über Zahlen beginnt, wird zur vielleicht härtesten Folge, die es bisher gab.

Der Haushalt: Karnevalistische Buchhaltung

Emmanuel bringt es auf den Punkt: Der aktuelle Bundeshaushalt bewegt sich am Rande der Seriosität. Selbst wohlwollende Reporter vom Handelsblatt sagen, sie hätten noch nie einen so schlechten Haushalt gesehen. Die Zahlen sind mit Fragezeichen gespickt, an wirtschaftliche Entwicklungen gekoppelt, die niemand garantieren kann – und das bei einem Staat, der bereits Steuerweltmeister ist.

Das erinnert so ein bisschen an einen Konzern, der kurz vor dem Untergang ist und man überlegt, ob wir noch Außengesellschaften haben, wo wir vielleicht noch Geld holen können.

Das 0,3%-Wachstum im ersten Quartal? Kein Grund zum Jubeln. Der Staatsverbrauch gleicht die Schrumpfung der Realwirtschaft aus – ein Wachstum, das nicht gesund ist. Im nächsten Jahr steigen die Renten um 20 Milliarden, das Gesundheitssystem braucht 20 Milliarden mehr, die Zinsen fressen weitere 10 bis 20 Milliarden. Und dann? Dann steht Berlin vor exakt demselben Problem – nur schlimmer.

95% der Neuverschuldung zweckentfremdet

Laut IFO-Institut werden 95% der neuen Staatsschulden zweckentfremdet. Der Bundesrechnungshof warnt, dass erhebliche Teile in Kanäle fließen, für die das Geld nie gedacht war. Philip nennt es beim Namen: ein Verbrechen. An der Zukunft, an der Generation Z, an den Steuerzahlern.

Emmanuel ordnet es etwas anders ein: Das eigentliche Verbrechen sei, dass 35 Milliarden in Entwicklungshilfe fließen, während im Inland die Infrastruktur verfällt. Deutschland will gleichzeitig der beste Klimaschützer, der gerechteste und der moralischste Staat der Welt sein – und kann sich nichts davon leisten.

Ich kann nicht auf der einen Seite sagen, ich will die ganze Welt retten, und dann im Inland das Geld, das eigentlich für die Infrastruktur gedacht ist, für den Erhalt des Staatsbetriebs umschichten.

Der Crash ist nicht mehr ausgeschlossen

Emmanuel hat sein Vermögen umgeschichtet. Er bereitet sich aktiv auf einen Crash vor. Was er damit meint: Inflationsraten, die wir uns heute noch nicht vorstellen können, eine enorme Geldentwertung, um den Staatsbetrieb aufrechtzuerhalten. Soziale Unruhen will er nicht ausschließen, hofft aber, dass es nicht dazu kommt.

Die Reichensteuer soll erhöht werden, die Krankenkassenbeiträge steigen, indirekte Steuern kommen hinzu. Emmanuel ist selbst betroffen und rechnet vor: Schon jetzt summiert sich die zusätzliche Belastung auf einen nicht unwesentlichen Betrag. Und nächstes Jahr? Passiert exakt dasselbe – nur mit noch höheren Forderungen. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer – die heiligen Kühe stehen zur Schlachtung bereit.

Die KI-Bombe tickt bereits

Was in der gesamten Kalkulation der Bundesregierung fehlt: der massive KI-Druck, der in Kürze kommt. Die LBBW will durch KI 1.300 Stellen abbauen. Microsoft meldet 30% Umsatzwachstum – und entlässt gleichzeitig massiv. Die Tech-Giganten wachsen und schrumpfen ihre Belegschaft parallel.

Angenommen, die KI gäbe es gar nicht – sind wir jetzt schon am Arsch. Wir haben uns sowas von sabotiert, und jetzt kommt die KI noch dazu.

In Tokyo werden am Flughafen in anderthalb Jahren Roboter statt Menschen am Gepäckband stehen. Deutschland diskutiert derweil, was so ein tanzender Roboter soll, den Friedrich Merz bei den Chinesen gesehen hat. Die CDU hat nicht verstanden, was kommt. Deutschland steht auf Platz 73 weltweit bei KI – mit genau einem relevanten System.

China: Ein Blick in eine andere Welt

Emmanuel war über Ostern in China – Peking, Shanghai, Hongkong. Was er beschreibt, klingt wie Science-Fiction für deutsche Verhältnisse: blitzblanke Autobahnen ohne Graffiti, Blumenkästen im Mittelstreifen, Hochhäuser in Topzustand, absolute Sicherheit, modernste Bezahlsysteme.

Der Hochgeschwindigkeitszug von Peking nach Shanghai: auf die Minute pünktlich, 340-360 km/h, der Boden wird während der Fahrt mit Wasser gewischt. Shanghai bei Nacht? Wie Krieg der Sterne. Disneyland doppelt so groß wie das Original. Der Comac als Boeing- und Airbus-Konkurrent. Der Transrapid, der an dir vorbeizischt.

Vor 15, 20 Jahren war Deutschland top – 200 Stundenkilometer auf der Autobahn. Die Chinesen bei 120. Heute fahren die Chinesen 220, die Amerikaner 200, und die Deutschen sind bei 120 – absteigend.

China hat verstanden, Biotope zu bilden – in der Technologie, in der Medizin, in der Infrastruktur. Was früher Nachahmung war, ist heute Innovation. Deutschland hat in derselben Zeit systematisch Substanz verloren.

Inlandsflüge: Das Grounden einer Industrienation

Ein Beispiel, das Emmanuel besonders beschäftigt: Die Inlandsflüge sind seit 2019 um 50-55% eingebrochen. Ryanair zieht sieben Flugzeuge aus Berlin ab – das sind 2 Millionen Flugbewegungen. Lufthansa kündigt an, Cityline in München zu schließen – 2.000 Mitarbeiter raus. Flughafen Leipzig steht vor dem Aus, Dresden ebenfalls. Von 57 Verbindungsflügen sind noch 29 übrig.

Was hat die Luftverkehrssteuer gebracht? Vielleicht 1 bis 2,5 Milliarden. Was wurde dadurch zerstört? Unvergleichlich mehr. Von 57 Verbindungen auf 29. Und in zwei Jahren wahrscheinlich bei 70% Reduktion. Die drittgrößte Industriemacht der Welt wird gegroundet.

  • 2010/2011: Luftverkehrssteuer eingeführt, noch relativ zivil
  • 2019: Klimaschutzpaket 2030 – deutliche Verteuerung
  • 2022-2024: Weitere Erhöhungen
  • Ergebnis: Regionale Flughäfen vor dem Aus, Verbindungen halbiert
Und da bin ich das erste Mal, wo ich gesagt habe, vielleicht ist es doch Absicht.

Absicht, Zufall oder Dummheit?

Es ist die zentrale Frage des gesamten Gesprächs. Philip argumentiert mit dem blinden Huhn: Wenn jemand so konsequent jedes Mal die falscheste aller Lösungen wählt, kann man nicht mehr von Unvermögen ausgehen. Dominik sieht zwei gezielte Bomben, die in kurzer Zeitspanne gezündet wurden: die Migrationsbombe ab 2015 und die Energiebombe durch die Abschaltung der Kernkraftwerke und die Sprengung von Nordstream.

Emmanuel positioniert sich differenzierter: Es gibt wohl einen Teilplan, sehr viel Zufall und sehr viel Blödheit – und alles zusammen bringt Deutschland in diese Situation. Beim Flugverkehr sieht er allerdings durchaus Absicht. Und: Die Weltelite in Davos diskutiert darüber, dass der Pöbel nicht mehr fliegen soll, während am selben Tag Hunderte Privatjets auf dem Rollfeld stehen.

Braindrain: Warum die Besten gehen

Alle drei kennen es aus ihrem Unternehmerumfeld: Nicht fast alle, sondern alle beschäftigen sich mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen. Manche können es nicht mehr, weil sie zu lange weggeschaut haben. Emmanuel selbst hat konkrete Kaufangebote für seine Firma vorliegen. Die wahrscheinlichste Variante: Verkauf und Fusion ins Ausland.

Warum ist er noch hier? Drei Buchstaben: Wegzugsbesteuerung. Der goldene Käfig, in dem deutsche Unternehmer sitzen.

Was Emmanuel am meisten belastet, ist nicht die aktuelle Situation, sondern der Zukunftsausblick. Früher hatte er 5- und 10-Jahrespläne. Heute? Stopp. Weil sich in fünf Jahren alles so entwickeln kann, dass er raus muss.

Die Leistungsgesellschaft wird von der Wiege an zerstört

Dominik beschreibt, wie sein Sohn aus der Schule kommt und erzählt, Wettbewerb sei nicht gut und Geld sei schlecht. Emmanuel berichtet, wie seine Tochter durch Hörspiele auf der Toniebox mit Klimaschutz-Narrativen indoktriniert wird. Auf dem Bibi-und-Tina-Konzert in Berlin bekommen Kinder Angst vor dem Klimawandel eingetrichtert.

Die merken gar nicht, dass sie für ihren eigenen Niedergang demonstrieren.

Die Qualität, die von Universitäten kommt, reicht nicht mehr für Spitzenleistung in der Breite. Lehrerbeauftragte berichten, dass Schüler nicht mehr wissen, wie man einen Stift hält. Gleichzeitig wird eine Ausbildungsabgabe beschlossen. Die Schere zwischen Leistungsträgern und dem Rest geht immer weiter auseinander.

Kriegstüchtigkeit bis 2029 – und die Beschaffungskatastrophe

Die Meldung, dass sich Männer bis 46 an- und abmelden müssen, hat alle drei nachdenklich gemacht. Emmanuel sagt klar: Solche Dinge passieren nicht einfach so. Auch er würde einen Krieg in den nächsten fünf Jahren nicht mehr ausschließen.

Die Beschaffung der Bundeswehr sieht er kritisch: 75% aller Schäden in der Ukraine werden durch Drohnen verursacht, aber Deutschland kauft Generatoren für 290.000 Euro, die im freien Handel 70.000 bis 80.000 kosten, und bestellt 7.000 Anhänger. Emmanuel prophezeit: In drei Jahren werden wir darüber reden, was bei dieser Beschaffung alles schiefgelaufen ist – Korruption und Kickback-Geschäfte inklusive.

Was bleibt: Vorbereitung statt Hoffnung

Die Hoffnung auf die AfD als Rettung wird nüchtern zerlegt: Selbst bei einem Wahlsieg 2029 wäre die Zerstörung so groß, dass die Partei über Ruinen herrschen würde. Alle anderen Parteien würden alles blocken – es sei denn, die AfD hätte eine absolute Mehrheit, was nur bei noch katastrophaleren Zuständen realistisch wäre. Dazu kämen massive Proteste, möglicherweise Gewalt von linksextremer Seite.

Emmanuels Fazit ist pragmatisch: Der Finanzmarkt wird Berlin am Ende lehren, was zu tun ist – so wie bei Griechenland, so wie jetzt bei VW, so wie bereits in England sichtbar. Die Entwicklungshilfe wird gestrichen werden müssen, die Migration wird gestoppt werden müssen – nicht weil Politiker es einsehen, sondern weil die Ratingagenturen es erzwingen.

Was alle drei am Ende empfehlen: physische und geistige Gesundheit erhalten, Vermögen diversifizieren, nicht alle Eier in einen Korb legen, ein stabiles soziales Umfeld aufbauen – und vor allem: hinschauen, nicht wegschauen. Prepare for the worst, hope for the best.

Wir sind auf jeden Fall der Meinung, dass was passieren muss. Viele sind immer noch der Meinung, alles okay, das wird schon wieder. Aber es wird eben nicht wieder – wenn wir nicht dramatisch umdrehen. Und das zeigen alle Zahlen.