Gefesselt & hingerichtet: Was ein Oxford-Chirurg in Gaza wirklich sah! Hopf & Kettner #31
3. Juni 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner
Darum geht's in dieser Folge
- Professor Nick Maynard, renommierter Krebschirurg aus Oxford, berichtet im Tucker-Carlson-Interview über seine Erlebnisse bei zahlreichen Gaza-Einsätzen seit 2010.
- Schilderungen von gezielten Angriffen auf Krankenhäuser: Eine Rakete traf eine Intensivstation, während Maynard nebenan operierte – fast 2.000 Gesundheitsarbeiter wurden laut seinen Angaben getötet.
- Berichte über Hinrichtungen und Folter: Ein befreundeter Chirurg wurde gefesselt und mit Kopfschuss aufgefunden; Gefangene beschreiben 60-tägige Folter mit Elektroschocks und Vergewaltigungen in israelischen Gefängnissen.
- Systematische Schussmuster an Essensausgaben: An unterschiedlichen Tagen wurden Teenager gezielt in Kopf, Brust, Bauch oder Hoden geschossen – laut mehreren Ärzten kein Zufall, sondern eine Art Schießübung.
- Drohnenangriffe auf Zeltlager und Operationssäle: Quadcopter mit Kameras und Waffen flogen in Krankenhäuser und schossen wahllos auf Zivilisten, darunter eine drei Monate schwangere Frau.
- Hopf & Kettner kündigen ein persönliches Interview mit Professor Maynard an und rufen die Community auf, Fragen einzureichen – mit dem Ziel, auch die israelische Perspektive in einer künftigen Folge zu Wort kommen zu lassen.
Was ein Oxford-Chirurg in Gaza erlebte – und warum die Welt wegsieht
Professor Nick Mayard ist kein Aktivist. Kein Journalist mit Agenda. Er ist einer der renommiertesten Krebschirurgen Großbritanniens, lehrt in Oxford und reist seit 2010 regelmäßig nach Gaza, um dort zu operieren und auszubilden. Was er im Interview mit Tucker Carlson ausgesagt hat, war so erschütternd, dass Philip und Dominik beschlossen haben, diese Folge trotz Dominiks Sommerurlaub aufzunehmen. Die zentrale Frage, die sie sich stellten: Was würde es über uns sagen, wenn wir uns dem weltweiten Schweigen anschließen?
Die Menschen in Gaza – ein Bild jenseits der Propaganda
Mayard beschreibt die Palästinenser als die warmherzigsten, großzügigsten und freundlichsten Menschen, die er jemals kennengelernt hat. Selbst Tucker Carlson war sichtlich überrascht – so stark hat das westliche Medienarrativ ein Zerrbild gezeichnet, das diese Menschen als gewalttätig und primitiv darstellt. Philip und Dominik greifen das auf: Die Dehumanisierung ganzer Bevölkerungsgruppen kennen wir aus der Geschichte. Dass israelische Politiker im Fernsehen Palästinenser offen als „Tiere" bezeichnen, die „vernichtet" werden müssen, ist dutzendfach dokumentiert und frei abrufbar.
Krankenhäuser unter Beschuss – während der Operation
Mayard schildert, wie am 5. Januar 2024 eine israelische Rakete die Intensivstation traf, die direkt neben seinem Operationssaal lag – während er operierte. Knapp 2.000 Gesundheitsarbeiter wurden in Gaza getötet. Das entspricht 75 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In der Ukraine liegt diese Zahl bei 0,8. Die Standardbegründung – Kollateralschäden oder Hamas-Kommandozentralen – bezeichnet Mayard als Propaganda, für die er nie auch nur ansatzweise glaubwürdige Beweise gesehen hat.
Hinrichtungen, Folter, systematische Grausamkeit
Was Mayard über das Schicksal seiner Kollegen und Freunde berichtet, ist kaum in Worte zu fassen:
- Ein junger plastischer Chirurg, mit dem er im Mai 2023 zusammengearbeitet hatte, wurde zusammen mit seiner Mutter aufgefunden – beide mit auf dem Rücken gefesselten Händen und Kopfschüssen.
- Im Shifa-Krankenhaus wurden nach dem israelischen Abzug 300 Leichen entdeckt, viele davon gefesselt und hingerichtet.
- Ein befreundeter Orthopäde wurde in israelischer Gefangenschaft zwei Wochen lang täglich vergewaltigt, bis er starb. Sein Körper wurde nie zurückgegeben.
- Überlebende Gesundheitsarbeiter beschrieben Folter durch Elektroschocks an den Genitalien, 60 Tage ununterbrochene Blindfaltung, erzwungenes Knien ohne Schlaf, systematische Schläge.
„Es ist das Mittelalter. The Dark Ages."
Philip stellt die Frage, die sich aufdrängt: Warum machen diejenigen, die der anderen Seite vorwerfen, inhuman zu sein, selbst die inhumansten denkbaren Dinge?
Hunde als Waffen, Drohnen in Operationssälen
Mayard bestätigt, dass Hunde mit Kameras und Waffen auf dem Rücken trainiert wurden, um in Krankenhäuser geschickt zu werden – ferngesteuert von außen. Was die Vergewaltigung von Gefangenen durch abgerichtete Hunde betrifft, sagt er ehrlich: Er hat keine eigenen Beispiele dafür gehört. Die New York Times hat darüber berichtet, dem Autor wurde daraufhin „Blood Libel" vorgeworfen.
Quadrokopter-Drohnen flogen in Krankenhäuser und über Zeltlager, schossen wahllos auf Bewohner. Ein Kollege von Mayard wurde im Operationssaal von einer Drohne in die Brust geschossen, während er eine OP vorbereitete. Eine drei Monate schwangere Frau wurde durch eine Drohne angeschossen – die Kugel verfehlte die Gebärmutter um 2 bis 3 Zentimeter.
Kinder als Zielscheiben – das Muster der Schussübungen
Ein zwölfjähriger Junge wurde an einer Essensausgabe erschossen. Die Kugel traf die Aorta. Er starb auf dem Operationstisch unter Mayards Händen. Die Teenager werden vorgeschickt, weil sie die Stärksten der ausgehungerten Familien sind.
Was Mayard dann beschreibt, lässt sich kaum ertragen:
- An einem Tag kamen 19 Teenager mit ausschließlich Kopf- und Nackenschüssen.
- An einem anderen Tag nur Brustverletzungen.
- An einem weiteren Tag nur Bauchschusswunden.
- Am letzten Samstag vor seiner Abreise: vier Teenager, alle ausschließlich in die Hoden geschossen.
„Das Muster der Verletzungen war so auffällig, dass es eindeutig kein Zufall war. Es schien wie ein Schießübungsspiel."
Philip betont: Diese Aussagen kommen nicht nur von Mayard. Ein amerikanisch-jüdischer Arzt hat in einem separaten Interview exakt die gleichen Beobachtungen geschildert.
Babys in Inkubatoren zurückgelassen
Als das israelische Militär ein Kinderkrankenhaus räumte, wurden sechs Neugeborene in Inkubatoren zurückgelassen. Den Ärzten wurde versichert, die Babys seien in Sicherheit. Wochen später kehrten die Ärzte zurück und fanden alle sechs Babys tot vor – ihre Körper bereits in Verwesung.
Die Todeszahlen – konservativ und erschütternd
Mayards Aufschlüsselung der Opferzahlen:
- 76.000 bestätigte Traumatote laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium, anerkannt von den UN und dem israelischen Militär selbst.
- Das britische Fachmagazin The Lancet schätzt diese Zahl auf etwa das Doppelte – wegen der Tausenden unter Trümmern begrabenen Menschen.
- Dazu kommt die Übersterblichkeit: 350.000 chronisch Kranke ohne jede Behandlung, zerstörte Dialysegeräte, keine Krebstherapie seit über zwei Jahren.
- Konservative Gesamtschätzung: über 250.000 Tote. Extremschätzungen gehen über 500.000 – mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Gazas.
Philip und Dominik machen klar: Die Frage, ob das formal ein Genozid ist oder nicht, ändert nichts an dem, was dort dokumentiert geschieht. Israelische Soldaten haben die Zerstörung von Krankenhausausrüstung selbst gefilmt – in der offensichtlichen Überzeugung, dass es keinerlei Konsequenzen gibt.
Warum wird weggesehen?
Dominik wirft eine unbequeme Frage auf: Warum wird all das von westlichen Medien entweder ignoriert oder als Propaganda abgetan? Wer steuert die Algorithmen, die bestimmen, was wir sehen und was nicht? Aus der Pandemie wissen wir, dass Inhalte gezielt unterdrückt werden können. Gleichzeitig werden die verstörenden Bilder aus Gaza massenhaft in sozialen Medien ausgespielt – mit welchem Ziel?
Philip richtet sich direkt an diejenigen, die alles als „Paliwood" abtun: Die Beweislast ist erdrückend. Tausende Augenzeugenberichte, Videos, Fachartikel, Aussagen hochrangiger Mediziner aus aller Welt. Wer das als antisemitische Propaganda abwischt, muss sich fragen, wie er morgens noch in den Spiegel schauen kann.
Professor Mayard hat die Einladung zu einem persönlichen Interview angenommen. Philip und Dominik betonen ausdrücklich, dass sie auch die israelische Seite hören wollen und aktiv nach Gesprächspartnern suchen, die diese Position vertreten. Es geht nicht um Schwarz und Weiß – es geht darum, sich beide Seiten anzuhören und sich dann ein eigenes Bild zu machen.
