Dritter Weltkrieg: Zuerst Iran, dann die Türkei!? (Europa in Gefahr!) - Hopf & Kettner #6
4. März 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner
Darum geht's in dieser Folge
- Genfer Verhandlungen und der Angriff auf den Iran: Trotz eines historischen Durchbruchs – der Iran stimmte laut Omans Außenminister allen Forderungen zu Nuklearprogramm und Nulllagerung zu – wurde wenige Stunden später das iranische Oberhaupt Khamenei samt Familie durch israelische und US-amerikanische Bombardements getötet.
- Völkerrechtsbruch laut Experten: Der Dresdner Völkerrechtler Professor Dominik Steiger stellt im ZDF klar, dass der Angriff auf den Iran weder durch eine UN-Resolution noch durch das Selbstverteidigungsrecht gedeckt und somit völkerrechtswidrig war.
- Verdrehte Darstellung durch westliche Staatschefs: Merz, Macron und Starmer verurteilen ausschließlich Irans Vergeltungsschläge als „ungerechtfertigte Angriffe", ohne den vorausgegangenen Angriff auf den Iran zu thematisieren.
- False-Flag-Vorwürfe im Golf: Nach dem Angriff auf die Saudi Aramco-Raffinerie Ras Tanura behaupten iranische Medien und Tucker Carlson, dass israelische Mossad-Agenten in Qatar und Saudi-Arabien verhaftet wurden – der Verdacht steht im Raum, dass Anschläge unter falscher Flagge eine arabische Kriegsallianz gegen den Iran schmieden sollen.
- Geopolitische Motive hinter dem Krieg: Neben der Kontrolle über die Straße von Hormus und Chinas Ölabhängigkeit vom Iran geht es laut Ex-US-Beamtin Catherine Austin Fitts auch darum, den Iran als letztes Land ohne westlich kontrollierte Zentralbank in das globale digitale Geldsystem zu zwingen.
- Türkei als nächstes Ziel und Folgen für Europa: Netanyahu benennt bereits die Türkei als nächstes Ziel – ein Szenario, das durch geographische Nähe, drohende Flüchtlingswellen und explodierende Energiepreise auch Deutschland und Europa unmittelbar treffen würde.
Wie ein Friedensdeal sterben musste – und warum wir die Rechnung zahlen
Genf, Ende Februar 2026. Zwei Delegationen sitzen in getrennten Hotelzimmern, Omans Außenminister pendelt zwischen ihnen. Dann der Durchbruch: Der Iran stimmt allen Forderungen der USA und Israels zu – null Nuklearmateriallagerung, keine Urananreicherung für fünf Jahre. Ein historisches Zugeständnis, das es so nie zuvor gab. Frieden war zum Greifen nah. 18 Stunden später fallen die ersten Bomben auf Teheran. Ayatollah Khamenei wird mitsamt Familienmitgliedern getötet. Und am nächsten Tag? Wird die nächste Verhandlungsrunde angesetzt – als wäre nichts passiert.
Philip und Dominik rollen diesen Krieg von Anfang an auf – chronologisch, faktenbasiert und mit den Quellen, die in den Mainstream-Medien systematisch ausgeblendet werden.
Der Iran hat kapituliert – und wurde trotzdem bombardiert
Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi, der als Vermittler direkt bei den Verhandlungen in Genf dabei war, bestätigte öffentlich im Fernsehen: Der Iran hatte einem vollständigen Verzicht auf waffenfähiges Nuklearmaterial zugestimmt. Keine Lagerung, keine Anreicherung – das ultimative Zugeständnis.
„The agreement that Iran will never ever have a nuclear material that will create a bomb – this is something completely new. It really makes the enrichment argument less relevant."
Das Narrativ, mit dem Benjamin Netanjahu seit 1993 vor iranischen Atomwaffen warnt, wäre damit vom Tisch gewesen. Stattdessen wurden wenige Stunden nach diesem Durchbruch Bunkerbrecher-Bomben auf die Residenz des iranischen Oberhauptes abgeworfen. Zuerst griff Israel an, dann beteiligten sich die USA. Mitten in laufenden Friedensverhandlungen wurde das Staatsoberhaupt eines souveränen Landes exekutiert.
Völkerrecht? Gebrochen.
Professor Dominik Steiger, Völkerrechtler an der TU Dresden und Direktor des Zentrums für internationale Studien, beantwortete im ZDF die entscheidende Frage unmissverständlich:
„Durften die USA und Israel den Iran angreifen? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Nein, das durften sie nicht. Das völkerrechtliche Gewaltverbot unter der UN-Charta verbietet den Einsatz militärischer Gewalt. Es gibt hier keinen Angriff des Iran."
Keine Sicherheitsratsresolution, kein Selbstverteidigungsrecht – schlicht ein illegaler Angriffskrieg nach geltendem Völkerrecht. Der Iran hat in den letzten 300 Jahren keinen Angriffskrieg geführt. Das sind keine Meinungen, das sind historische Fakten.
Die Reaktion des Westens: Realitätsverweigerung auf höchstem Niveau
Was folgte, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer traten vor die Kameras und verurteilten – nicht den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran, sondern die iranischen Gegenschläge.
„We call on Iran to immediately stop these unjust attacks on Israel."
Friedrich Merz fordert also den Iran auf, seine „ungerechtfertigten Angriffe" einzustellen – nachdem das Land angegriffen wurde, nachdem sein Staatsoberhaupt getötet wurde, nachdem Mädchenschulen bombardiert wurden und mindestens 67 Schülerinnen starben. Philip bringt es auf den Punkt: In welcher Welt leben diese Leute?
Die Bundeswehr wird zunehmend in den Konflikt hineingezogen, Großbritannien stellt seine Stützpunkte auf Zypern zur Verfügung, von der Leyen ruft zur „Zurückhaltung" auf. Deutschland – ein Land ohne souveräne Außenpolitik – marschiert einmal mehr im Gleichschritt mit, wenn das Recht gebrochen wird.
Die wahren Motive: Es geht nicht um Atomwaffen
Wenn der Iran bereit war, auf alles einzugehen – warum dann trotzdem Krieg? Philip und Dominik identifizieren mehrere Ebenen:
Das Zentralbank-Argument
Die ehemalige US-Regierungsbeamtin Catherine Austin Fitts erklärte in einem Interview mit Tucker Carlson eine bemerkenswerte These: Alle sieben Länder, die laut General Wesley Clark innerhalb von fünf Jahren angegriffen werden sollten – Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und als letztes der Iran – haben eines gemeinsam: Sie boykottierten die Pläne für programmierbares digitales Zentralbankgeld. Der Iran ist das letzte Puzzlestück, das sich dem Rockefeller-Rothschild-Modell der Bank for International Settlements widersetzt.
China abschneiden
Der Iran liefert 90 Prozent von Chinas Ölimporten. Die 25-jährige strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern, geschlossen 2021, umfasst 400 Milliarden Dollar an Investitionen in Energie, Banking, Telekommunikation und die Belt-and-Road-Initiative. Mit der Schließung der Straße von Hormus – durch die 20 bis 25 Prozent des weltweiten Öltransports fließen – wird nicht Europa oder die USA getroffen, sondern primär China.
Dominik zitiert noch den verstorbenen Khamenei selbst:
„Die 25-jährige strategische Partnerschaft mit China ist völlig korrekt und mit Weisheit ausgestattet. Westliche Regierungen haben es nie in der Geschichte geschafft, das Vertrauen der iranischen Nation zu gewinnen."
BRICS und der Dollar
Der Iran war das meistsanktionierte Land der Welt – noch vor Russland –, bereits aus dem SWIFT-System ausgeschlossen und zunehmend in die BRICS-Staaten integriert. Ray Dalio, der bekannteste Hedgefonds-Manager unserer Zeit, beschreibt in seinem Buch genau dieses Muster: Wenn große Nationen ihre Dollar-Reserven abstoßen und in Rohstoffe wie Gold umschichten, treffen sich historisch gesehen große Streitkräfte, um die Weltmachtstellung neu auszuhandeln.
False Flag in Saudi-Arabien? Mossad-Agenten verhaftet
Ein besonders brisantes Kapitel: Der Angriff auf die Saudi Aramco Raffinerie Ras Tanura – eines der wichtigsten Ölterminals der Welt mit 550.000 Barrel Tagesproduktion. Die Medien berichteten sofort, der Iran habe Saudi-Arabien angegriffen. Doch die iranischen Staatsmedien behaupten das Gegenteil: Israel habe den Angriff unter falscher Flagge durchgeführt, um Saudi-Arabien in den Krieg zu ziehen.
Tucker Carlson bestätigt in seinem Podcast eine erschütternde Meldung:
„Letzte Nacht verhafteten die Behörden in Qatar und Saudi-Arabien Mossad-Agenten, die Bombenanschläge in diesen Ländern planten. Warum sollten die Israelis Bombenanschläge in zwei Golfstaaten verüben, die auch vom Iran angegriffen werden? Israel will Iran, Qatar, den UAE, Saudi-Arabien, Bahrain, Oman und Kuwait schaden. Und das ist ihnen gelungen."
Philip stellt die entscheidende Frage: Welchen Sinn ergibt es für den Iran, sich mitten im Krieg gegen die USA und Israel noch weitere Feinde zu machen, indem er Nachbarländer angreift? Es ergäbe jedoch enormen Sinn für jemanden, der eine arabische Allianz gegen den Iran schmieden will.
Saudi-Arabien hat bis heute seinen Luftraum nicht für US-israelische Angriffe freigegeben. Kronprinz Mohammed bin Salman erklärte die königlichen Streitkräfte für „bereit bei Bedarf", handelt aber nicht überstürzt.
Die US-Basen: Schutz oder Zielscheibe?
Eines der zynischsten Details dieses Konflikts: Die Golfstaaten haben US-Militärbasen aufgenommen unter dem Versprechen, Amerika werde sie beschützen. In der Realität passiert das Gegenteil – die amerikanische Präsenz macht diese Länder zu militärischen Zielen. Und als es ernst wird? Werden die Soldaten abgezogen, das Kriegsmaterial bleibt zurück. Die Basen werden zu leeren Zielscheiben.
Dubai, Abu Dhabi, Qatar – überall schlagen Raketen oder Raketenteile ein. Der Flughafen Dubai, einer der größten der Welt, ist dicht. 200.000 Touristen sitzen fest und werden kostenlos in Hotels versorgt. Lebensmittelpreise steigen rapide. Und doch: Die Stimmung vor Ort ist erstaunlich gelassen. Über 550 Raketen wurden abgefangen. Die Menschen in den Emiraten fragen zurück: Wie viele hätte Deutschland abfangen können?
Der bleibende Schaden ist vor allem ein Image-Schaden – Milliarden wurden investiert in das Bild des sicheren Paradieses. Das ist jetzt angekratzt.
Netanjahus nächstes Ziel: Die Türkei
Während Israel selbst unter Beschuss steht – ballistische Raketen und Hyperschallraketen treffen Haifa und Tel Aviv –, benennt Netanjahu bereits öffentlich das nächste Ziel: die Türkei. Im israelischen Fernsehen wird offen darüber gesprochen.
Dominik ordnet ein, was das geographisch bedeutet: Wenn nach dem Iran die Türkei ins Visier gerät, sind wir nicht mehr weit weg vom europäischen Kontinent. Zypern liegt dazwischen, Millionen Deutschtürken leben hier. Und die Konsequenzen – Flüchtlingswellen, Energiepreisexplosion, wirtschaftlicher Niedergang – treffen Deutschland direkt.
Was uns das kostet – schon jetzt
Die Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung zu diesem Krieg liegt bei 25 Prozent. Nur jeder vierte Amerikaner steht hinter dem, was gerade passiert. Die Kriegsmüdigkeit ist real. Und in Deutschland?
Der Benzinpreis ist innerhalb weniger Tage von 1,86 auf über 2,20 Euro gestiegen – und Philip analysiert täglich den Ölpreis: US Crude Oil steht bei 75 Dollar pro Barrel, kann aber auf 80, 90 oder über 100 Dollar steigen. Deutschland, wirtschaftlich ohnehin am Boden, mit der teuersten Energie Europas, einer eskalierenden Migrationskrise und einer Außenpolitik, die sich konsequent auf die falsche Seite stellt, wird diese zusätzliche Last kaum verkraften.
Philip sagt es direkt: Diese Kriege haben für uns null Vorteile, nur Nachteile. Ein ohnehin gebeuteltes Land wird weiter ausbluten – nicht durch Raketen, aber durch wirtschaftlichen Niedergang, der sich über Jahrzehnte hinziehen wird.
Die eigentliche Frage
Warum betreiben die USA diesen Aufwand? Warum Genf, warum China, warum das alles? Die Antwort liegt nicht in Teheran. Sie liegt dort, wo sie immer liegt: bei Geld, Macht und Kontrolle. Über Zentralbanken, über Energieströme, über die Architektur einer neuen Weltordnung. Und wer glaubt, mit dem Iran sei es vorbei, der hat nicht zugehört – das nächste Ziel wurde bereits öffentlich benannt.
