Follow the Money: Wer an Krieg & Wiederaufbau gleichzeitig verdient! Hopf & Kettner #34
13. Juni 2026 · Philip Hopf & Dominik Kettner
Darum geht's in dieser Folge
- Israel vs. EU: Warum lässt sich die EU als größter Handelspartner Israels von einem wirtschaftlich winzigen Partner diplomatisch unter Druck setzen – und warum werden ausgerechnet Spanien, Irland und Slowenien sanktioniert, die auf Einhaltung der eigenen Menschenrechtsklauseln pochen?
- Todesstrafe für Palästinenser: Im März 2026 führte Israel eine de facto ethnisch begrenzte Todesstrafe ein – ein Thema, das in deutschen Medien kaum Beachtung findet, während gleichzeitig IGH- und ICC-Urteile zu Kriegsverbrechen vorliegen.
- Kontrollierte Opposition: Figuren wie Tucker Carlson und Nick Fuentes dürfen in den USA Dinge offen aussprechen, die in Deutschland undenkbar wären – Andy Mörker sieht darin eine bewusste Kanalisation von gesellschaftlichem Frust.
- Deutschlands Souveränität in Frage gestellt: Von Russlands Chefpropagandist Solovjov bis zur eigenen Regierungspolitik – die Diskussion, ob Deutschland wirklich souverän handelt oder von außen gesteuert wird, ist längst kein Reichsbürger-Thema mehr.
- Follow the Money – BlackRock und der Ukraine-Kreislauf: BlackRock hält Anteile an den größten Waffenherstellern und gleichzeitig die Wiederaufbauverträge für die Ukraine – ein perfekter Boom-and-Bust-Zyklus, bei dem Zerstörung und Wiederaufbau denselben Akteuren Profite bringen.
- Insolvenzverschleppung westlicher Werte: Andy Mörker beschreibt die europäische Doppelmoral – Menschenrechtsklauseln in Verträgen, die bei Israel nicht greifen, und 136 Milliarden Euro für die Ukraine ohne erkennbaren Rückfluss für europäische Bürger.
Follow the Money: Wer profitiert von Zerstörung und Wiederaufbau?
In dieser Ausgabe von Hopf & Kettner ist Andy Mörker zu Gast – Gründer von Osus TV, ehemaliger Social-Media-Agenturinhaber mit Kunden wie Bayer, Kaufland und McDonald's, Berater für Lobbyisten und Ministerien. Seine Agentur verkaufte er an Pro7-Gründer Dr. Georg Kofler. Heute erreicht er täglich Hunderttausende mit Fragen, die sich viele nur hinter vorgehaltener Hand stellen. Ein Gespräch über die Grenzen des Sagbaren, die Illusion europäischer Souveränität und die Frage, wer wirklich an Kriegen verdient.
Israel und die EU: Warum lässt sich der Große vom Kleinen treiben?
Andy wirft eine Frage auf, die ihn seit Monaten umtreibt: Die EU ist Israels größter Handelspartner. Israel hingegen rangiert für die EU irgendwo auf Platz 20 bis 30. Warum also lässt sich ein 42-Milliarden-Markt von einem vergleichsweise winzigen Markt geopolitisch herumpeitschen? Warum werden ausgerechnet Spanien, Irland und Slowenien – die einzigen EU-Länder, die es wagen, Völkerrecht einzufordern – von der EU-Kommission unter Druck gesetzt, statt derjenigen, die Menschenrechte verletzen?
Warum haben wir eine Menschenrechtsklausel, die selbst bei einer Todesstrafe einer einzigen Ethnie nicht greift?
Im März 2026 wurde in Israel eine Todesstrafe eingeführt, die de facto ausschließlich für Palästinenser gilt. Philip und Dominik berichten, dass ihr eigener Podcast zu diesem Thema massiv an Reichweite verlor – ein Muster, das alle drei aus der Pandemie-Zeit kennen: Wer in Tabuzonen vordringt, wird algorithmisch unsichtbar gemacht.
Die Todesstrafe und Europas Doppelmoral
Andy macht deutlich, was ihn fassungslos macht: Die EU hat in eigenen Verfahren Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Israel festgestellt. Gleichzeitig blockieren Deutschland und Italien Konsequenzen. Der IGH und der ICC haben Urteile gegen Netanyahu gesprochen. Hunderttausende Israelis gehen in Jerusalem und Tel Aviv gegen ihre eigene Regierung auf die Straße.
Entweder haben wir Menschenrechtsklauseln in Verträgen oder eben nicht. Das darf kein Buffet sein, an dem man sich nur bedient, wenn der Partner der Richtige ist.
Andy bezeichnet das Ganze als Insolvenzverschleppung unserer Prinzipien – ein Begriff, der sitzt. Denn bei einer echten Insolvenzverschleppung stehen Strafen drauf. Bei unseren allerheiligsten Werten offenbar nicht.
Meinungsfreiheit: USA vs. Deutschland
Philip zieht den Vergleich zu den USA: Tucker Carlson spricht offen über Themen, die in Deutschland sofortige politische Karriereenden bedeuten würden. Nick Fuentes betreibt Geschichtsrevisionismus, der hierzulande strafrechtlich relevant wäre. Andy, der selbst Hunderte Familienmitglieder in den USA hat und täglich Kontakt nach Amerika pflegt, bestätigt: Die mediale Darstellung in Deutschland unterscheidet sich massiv von dem, was in amerikanischen Familien tatsächlich besprochen wird.
Gleichzeitig wirft Andy die Frage der kontrollierten Opposition auf. Wenn Nick Fuentes' Adresse öffentlich bekannt ist, Fans ihn zu Hause aufsuchen – warum lässt man ihn gewähren? Seine These:
Stell dir vor, die gibt es nicht. Was würden die ganzen frustrierten, enttäuschten, um ihr Steuergeld gebrachten Menschen machen, wenn sie niemanden hätten, dem sie zuhören können?
Eine bewusste Kanalisation von Frust, so Andy – und er zählt auch Tucker Carlson zu dieser Kategorie.
Der deutsche Schuldkult und die Grenzen des Sagbaren
Andy beschreibt eine historische Schieflage im deutschen Bildungssystem: Ab der sechsten Klasse wird der Holocaust intensiv unterrichtet – zu Recht, wie er betont. Aber andere Verbrechen der Weltgeschichte, etwa die der Bolschewiken, werden kaum thematisiert. Die Folge: Ein Schuldkult, der differenzierte Betrachtung verhindert und Resilienz im Keim erstickt.
Statt die Gesellschaft immer am schwächsten Glied zu orientieren, plädiert Andy für mehr Resilienz – die Fähigkeit, Geschichte differenziert zu betrachten, ohne sie zu vergessen. Er gibt das seinen Kindern mit und sieht den Erfolg: Sie sind belastbarer als viele Gleichaltrige.
Ist Deutschland souverän?
Philip bringt ein Gespräch ins Spiel, das vor wenigen Tagen stattfand: Roger Köppel in Moskau bei Wladimir Solowjow, dem sogenannten Chefpropagandisten des Kremls. Vier Stunden Diskussion auf höchstem Niveau. Solowjows Aussage:
Was glauben die Deutschen eigentlich, uns irgendetwas sagen zu wollen? Sie sind ein besetztes Land.
Philip merkt an: Das sagt kein Reichsbürger, sondern die Gegenseite. Und Roger Köppel konnte nicht widersprechen. Andy ergänzt: Ob man die Frage juristisch bewertet oder nicht – die faktische Realität zeigt, dass Deutschland Entscheidungen nicht souverän trifft. Wenn selbst der US-Präsident offensichtlich nicht die Hebel in der Hand hält – wie soll Europa dann irgendetwas zu sagen haben?
Trump und Netanyahu: Wer hat hier wirklich das Sagen?
Philip zeichnet ein bezeichnendes Bild: Trump twittert, er habe den Israelis weitere Angriffe auf den Libanon untersagt. Drei Stunden später fliegen die Israelis die nächsten großen Angriffe. Trump sagt, es wird keinen Vergeltungsschlag gegen den Iran geben. Kurz darauf greifen die Israelis zehn große Ziele im Iran an.
Trump sagt, ich habe hier das Sagen. Ich habe mal gelernt, wenn ein König sagen muss, dass er König ist, dann ist er kein König.
Andy verweist auf das Stichwort Deep State: Peter Thiel platziert mit J.D. Vance seinen Kandidaten neben Trump, Marco Rubio wird aus dem Nichts zum wichtigen Akteur. Figuren, die auf Bundesebene vorher keine Rolle spielten.
Ukraine: Follow the Money bis zur Sackgasse
Der Blick auf die Ukraine offenbart für alle drei dasselbe Muster. Philip beschreibt die widersprüchliche Nachrichtenlage: Einerseits wird Putin zum hundertsten Mal als nervös und am Ende dargestellt. Andererseits lehnt er auf dem Wirtschaftssymposium in St. Petersburg jegliche Gespräche ab und spricht von laufenden Landgewinnen.
Andy verweist auf ein fundamentales Bildungsproblem: Die meisten Menschen halten den Ukraine-Konflikt für 2022 gestartet. Wer nur die Überschriften seit 2022 liest, hat ein Problem. Es gibt ARD-Berichte aus 2014, die die ukrainische Regierung für Dinge verantwortlich machten, die heute als Verschwörungstheorie gelten.
Der perfekte Kreislauf der Zerstörung
Dann kommt der zentrale Punkt des Gesprächs. Andy legt offen:
- BlackRock hält sämtliche Verträge für den Wiederaufbau der Ukraine
- BlackRock ist gleichzeitig größter Shareholder aller relevanten Waffenhersteller weltweit
- Die gleichen Akteure verdienen am Zerstören und am Wiederaufbauen
Dann kann ja das Land gar nicht genug kaputt gehen. Je kaputter es geht, desto mehr Geld verdient er.
Dominik zieht die Parallele zur Börse: Boom and Bust – aufbauen, zerstören, wieder aufbauen. Was an der Börse als Zyklus bekannt ist, spielt sich geopolitisch vor unseren Augen ab. Die Ukraine soll in die EU, damit die Finanzierung des Wiederaufbaus auch sichergestellt ist – bezahlt vom europäischen Steuerzahler.
Europa hat 136 Milliarden in die Ukraine investiert – ohne Beteiligung am Wiederaufbau, ohne Zugang zu den Bodenschätzen im Donbass, die längst anderweitig versprochen wurden. Andy fasst es zusammen: Am Ende führen alle Wege zu denselben Firmennamen und denselben Menschen.
Victoria Nulands Vermächtnis
Dominik schließt den Kreis mit einem Zitat aus dem Jahr 2014, das alles auf den Punkt bringt. Victoria Nuland, damals US-Unterstaatssekretärin, nach dem Putsch in Kiew über die EU: "Fuck the EU." Ein Satz, der acht Jahre vor der russischen Invasion fiel – und der bis heute nachhallt. Es geht ums Geld, nicht um die Menschen. Und wer dem Geld konsequent folgt, landet immer wieder bei denselben Adressen.
